
Frankfurt, 22. Sep (Reuters) - Für die bevorstehende Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie zeichnet sich eine Forderung nach fünf Prozent mehr Geld ab. Nach Beratungen in den Tarifbezirken am Dienstag hieß es in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen/Sachsen-Anhalt, Berlin-Brandenburg-Sachsen, Mitte und dem norddeutschen Bezirk Küste, die Forderung laute fünf Prozent mehr Entgelt bei zwölf Monaten Laufzeit. Darüber hinaus soll mit den Arbeitgebern über die Themen Beschäftigungs- und Standortsicherung in den kriselnden Teilen der Branche sowie über Gewinnbeteiligung in wirtschaftlich erfolgreichen Betrieben gesprochen werden.
"Die Beschäftigten haben in den vergangenen Jahren enorme Belastungen getragen und die Transformation der Industrie aktiv mitgestaltet", erklärte NRW-Bezirksleiter Knut Giesler. "Jetzt ist es an der Zeit, dass sie an den wirtschaftlichen Verbesserungen beteiligt werden." Zugleich brauchten die Arbeitnehmer mehr Sicherheit für ihre Arbeitsplätze und Perspektiven für ihre Standorte.
Die Tarifverhandlungen für die größte deutsche Industrie mit rund 3,7 Millionen Beschäftigten werden von Krisen in großen Teilen der Branche überschattet. So baut die Autoindustrie massiv Stellen ab, Werksschließungen drohen - dagegen protestierten am Montag rund 175.000 Beschäftigte auf einem bundesweiten Aktionstag der IG Metall. Angeschlagen ist auch der Maschinenbau. In anderen Zweigen wie der Luft- und Raumfahrt oder der IT-Industrie ist die Lage nach Einschätzung der Gewerkschaft hingegen besser.
Der Vorstand der IG Metall will am Mittwoch die Tarifforderung endgültig beschließen. Die ersten Verhandlungsrunden in den Bezirken sind vom 7. bis 14. Oktober geplant. Bis Ende Oktober könnte es weitere Termine geben. Die Friedenspflicht endet mit dem Auslaufen des aktuellen Tarifvertrages am 31. Oktober - danach sind Warnstreiks möglich.
(Bericht von Ilona Wissenbach Redigiert von Scot W. Stevenson Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an die Redaktionsleitung unter frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com)
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Diese Nachricht wurde am 22.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
