
Ähnlich äußerten sich Vertreter anderer europäischer Nationalverbände. Die Ratssitzung war das erste Treffen Infantinos mit seinen Kritikern seit dem Konflikt im Sommer um seinen WM-Investorenplan. Die meisten europäischen Verbände lehnen eine erneute Präsidentschaft Infantinos ab, haben bislang aber keinen Gegenkandidaten präsentieren können. Dies müsste bis zum 18. November geschehen. Die FIFA-Präsidentschaftswahl findet im März 2027 im marokkanischen Rabat statt.
Beschlossen wurde bei der Sitzung eine Arbeitsgruppe zur Neuordnung der Governance-Struktur des Weltverbandes, um weitere Alleingänge Infantinos zu verhindern.
Kritik aus Europa - Unterstützung weltweit
Trotz der massiven Kritik aus Europa erscheint ein Machtwechsel an der FIFA-Spitze derzeit nach Ansicht von Beobachtern als eher unwahrscheinlich. Infantino genießt weiterhin große Zustimmung in Asien, Afrika, Südamerika und Ozeanien. Zuletzt hatte er - im Rahmen seines Wahlkampfs um den Spitzenposten - eine Ausschüttung von insgesamt mehr als 6,35 Milliarden US-Dollar (umgerechnet 5,66 Milliarden Euro) an die 211 Mitgliedsverbände in Aussicht gestellt. Das wären 25 Millionen Dollar für jeden Verband. Auch Kleinststaaten wie die Salomonen, St. Kitts and Nevis oder Tonga würden davon profitieren. Sie haben bei der Wahl zum FIFA-Präsidenten dasselbe Stimmrecht wie große Verbände.
Diese Nachricht wurde am 15.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
