Hitzetote
Intensivmediziner und Patientenschützer fordern genaue Erfassung

Patientenschützer und Intensivmediziner fordern, hitzebedingte Todesfälle künftig auf Totenscheinen zu vermerken.

    Uwe Janssens von der Intensivmedizingesellschaft DGIIN
    Der Intensivmediziner Uwe Janssens (Archivbild). (picture alliance/ASSOCIATED PRESS/Michael Sohn)
    Nur so lasse sich das tatsächliche Ausmaß der Folgen extremer Hitze erfassen, sagte der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Brysch, der Zeitung "Rheinische Post". Er äußerte ebenso wie die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin den Verdacht, dass die Zahl der Hitzetoten wegen einer hohen Dunkelziffer zu niedrig sei. Viele Todesfälle würden statistisch nicht erfasst, sagte der Geschäftsführer der Vereinigung, Janssens, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Häufig werde Organversagen als Todesursache angegeben, obwohl Hitze maßgeblich zum Tod beigetragen habe.
    Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts starben in diesem Jahr bislang rund 12.500 Menschen infolge von Hitze. Das RKI verweist darauf, dass Hitze meist nicht unmittelbar, sondern in Kombination mit Vorerkrankungen zum Tod führe. Das Ausmaß hitzebedingter Todesfälle werde daher statistisch geschätzt.
    Diese Nachricht wurde am 15.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.