08. November 2026
Blick in die Zeitungen von morgen

Dass Kanzler Merz die CSU-Politikerin Ilse Aigner morgen offiziell als Kandidatin für das Bundespräsidentenamt vorschlagen will, wird in etlichen Zeitungen kommentiert.

    Ilse Aigner, CSU, Präsidentin des Bayerischen Landtags, lächelt.
    Ilse Aigner (CSU) soll Kandidatin für das Amt des Staatsoberhauptes werden. (picture alliance / Michael Bihlmayer)
    Die RHEIN-ZEITUNG aus Koblenz schreibt beispielsweise:
    "Die Entscheidung von Friedrich Merz für die bayerische Landtagspräsidentin ist richtig. Sie war auch unausweichlich. Merz wurde von der Aigner-Welle überrollt. Das Prozedere zeigt, wie wenig Macht der Kanzler in der eigenen Partei hat."
    Der MÜNCHNER MERKUR glaubt:
    "Eine Bundespräsidentin Ilse Aigner ist das Beste, was Friedrich Merz widerfahren kann. Ihre Art gleicht aus, was ihm fehlt: Bürgernähe, Beliebtheit, eine Herzlichkeit, die Polarisierung abfedern kann."
    Aus Sicht der TAGESZEITUNG - TAZ - ist Aigner vor allem deshalb die richtige Kandidatin, weil sie eine so breite Unterstützung hat:
    "Sie ist eben nicht die Kandidatin der CSU, hinter ihr stehen große Teile der SPD, der Grünen und – wie sich zuletzt gezeigt hat – eben auch der CDU. Aigner muss nicht die beste aller möglichen Kandidatinnen sein. Doch sie ist die Frau, auf die sich derzeit eine starke demokratische Mehrheit in Deutschland verständigen kann. Nicht im Sinne des kleinsten gemeinsamen Nenners, sondern aus Überzeugung, bisweilen sogar mit Begeisterung."
    Ein weiteres Thema ist die Lage in Israel nach der Wahl vor knapp zwei Wochen. Präsident Herzog hat jüngst den Oppositionspolitiker Eisenkot mit der Regierungsbildung beauftragt. Die FRANKFURTER RUNDSCHAU meint:
    "Gadi Eisenkot ist die richtige Wahl. Wenn wer Israel aus seiner Misere namens Benjamin Netanjahu herausführen kann, dann der bullige Ex-Militär."
    Der KÖLNER STADT-ANZEIGER warnt indes:
    "Scheitert Eisenkot, könnte Netanjahu erneut versuchen, eine Regierung zu formen. Danach drohen Neuwahlen. Die Gefahr weiterer Polarisation ist also nicht gebannt."
    Die Zeitungen blicken auch auf die morgen beginnende Weltklimakonferenz, viele davon eher skeptisch. In der NEUEN OSNABRÜCKER ZEITUNG heißt es:
    "Alle Jahre wieder kommt die Staatengemeinschaft zu ihrer Weltklimakonferenz zusammen. Wie in den 31 Jahren zuvor, ist auch diesmal im türkischen Antalya nicht viel zu erwarten."
    Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG stellt fest:
    "Es gilt momentan schon als Erfolg, wenn Klimadiplomatie überhaupt noch Ergebnisse zeitigt. Nichts spiegelt die Lage besser als der Umgang mit dem 1,5-Grad-Ziel. Von Jahr zu Jahr wird deutlicher, dass sich dieses Ziel nicht wird halten lassen."
    Und die AUGSBURGER ALLGEMEINE hat ein Problem damit, dass der Kanzler nicht nach Antalya reist:
    "Freilich, genug zu tun hat Friedrich Merz auch im eigenen Land – und trotzdem ist es, gerade nach diesem Hitzesommer, kein gutes Signal, dem wichtigsten weltweiten Forum im Kampf gegen die globale Erwärmung fernzubleiben."