65 Jahre Anwerbeabkommen mit der Türkei
Merz würdigte türkische Gastarbeiter und warnt vor Fremdenfeindlichkeit

Bundeskanzler Merz hat den Beitrag türkischer Zuwanderer zur Entwicklung Deutschlands gewürdigt und vor neuem Fremdenhass gewarnt.

    Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) spricht bei einer Festveranstaltung zum 65. Jubiläum des deutsch-türkischen Anwerbeabkommens.
    65 Jahre deutsch-türkisches Anwerbeabkommen (picture alliance / dpa / Michael Kappeler)
    Der CDU-Vorsitzende sagte bei einem Festakt zum 65. Jubiläum des deutsch-türkischen Anwerbeabkommens in Berlin, die Gastarbeiterinnen ‌und Gastarbeiter ⁠aus der Türkei hätten die industrielle Substanz ⁠Deutschlands mit aufgebaut. Er kritisierte, dass die Zuwanderer teilweise und trotz vieler Anstrengungen ⁠immer ⁠noch wie Fremde behandelt ⁠würden.
    Auch die Migrationsbeauftragte der Bundesregierung, Pawlik, hatte bereits im Vorfeld des Festakts kritisiert, dass es immer noch Diskriminierung gegenüber türkischen Menschen gebe. Sie sagte der Zeitung "Rheinische Post", wer 120 Prozent geben müsse, um als 100 Prozent zu gelten, sei nicht schlecht integriert, sondern werde schlecht behandelt.
    Am 30. Oktober 1961 hatten das Auswärtige Amt und die türkische Botschaft in Bonn/Bad Godesberg ein Abkommen unterzeichnet, das die Entsendung von Arbeitskräften aus der Türkei nach Deutschland regelte. In der Folge kamen zwischen 1961 und 1973 fast 900.000 Menschen zum Arbeiten in die Bundesrepublik und nach Westberlin.
    Diese Nachricht wurde am 20.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.