Sexualisierte Gewalt
Kinderschutzbund: "Zentraler Tatort bleibt die Familie"

Der Deutsche Kinderschutzbund fordert im Kampf gegen sexualisierte Gewalt ein Umdenken. Die Trennung zwischen digitaler und analoger Welt greife zu kurz, sagte Verbandspräsidentin Andresen im Deutschlandfunk.

    Sabine Andresen bei der Bundespressekonferenz 2016
    Die Sozialpädagogin und Präsidentin des Kinderschutzbundes Sabine Andresen wünscht sich, dass die neue Bundesministerin für Familie das Recht der Kinder und Jugendlichen wirklich stärkt (imago / Metodi Popow / imago stock&people)
    Ein zentraler Tatort bleibe die eigene Familie. Hier sei der Zugriff auf Kinder für Täter enorm leicht . Missbrauchsdarstellungen, die digital zur Verfügung gestellt würden, fänden vielfach in der Familie statt. Die Verschränkung dieser beiden Welten müsse in den Blick genommen werden, betonte sie mit Blick auf Politik und Ermittlungsbehörden. Durch die erweiterten technologischen Möglichkeiten habe sich das Problem enorm verschärft. Andresen führte aus, besonders dramatisch für die Betroffenen sei das psychologische Dilemma, wenn der Vater einerseits geliebt werde, andererseits aber diese Gewalt ausübe. Ähnlich zerstörerisch wirke Missbrauch durch andere Vertrauenspersonen wie etwa Trainer im Sport – dies stelle eine fundamentale Erfahrung des Vertrauensbruchs dar.
    Die Bundesbeauftragte gegen sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen, Claus, hatte gestern ihren ersten gesetzlich verankterten Bericht vorgelegt, und vor allem vor Gefahren für Minderjährige im digitalen Raum gewarnt. Für Kinder und Jugendliche sei das Risiko, sexualisierte Gewalt zu erleben, noch nie so hoch gewesen wie heute, sagte sie in Berlin.
    Diese Nachricht wurde am 14.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.