Koalition
Klingbeil rechnet mit schneller Einigung bei Zuckersteuer

Bundesfinanzminister Klingbeil rechnet trotz der Kritik aus dem Kanzleramt mit einer raschen Einigung bei der Zuckersteuer.

    Lars Klingbeil (SPD), Bundesminister der Finanzen, Vizekanzler und SPD-Bundesvorsitzender, und Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) nehmen an der Sitzung des Bundeskabinetts im Bundeskanzleramt teil.
    Finanzminister Klingbeil und Bundeskanzler Merz (Archivbild) (picture alliance / dpa / Kay Nietfeld)
    Das Ziel bleibe klar, sagte der SPD-Chef mehreren Medien. Man habe eine Zuckersteuer verabredet, daher sei er zuversichtlich. Der CSU-Bundestagsabgeordnete Auernhammer warb indes für einen kompletten Verzicht. Im Deutschlandfunk sagte er, die Einnahmen im Bundeshaushalt würden auf Dauer nicht so hoch ausfallen, wie erhofft. Zudem würden die Steuer nichts am Zuckerkonsum der Bevölkerung ändern. Widerspruch kam von der Verbraucherschutzorganisation Foodwatch. Das Gesetz wäre ein Meilenstein im Kampf gegen ernährungsbedingte Erkrankungen. Auch die Bundesärztekammer forderte eine rasche Umsetzung.
    Das Kanzleramt hatte den Gesetzentwurf gestern vorläufig gestoppt, weil ihm Klingbeils Pläne offenbar zu weit gehen. Laut Medienberichten plant er die Steuer bereits ab Juli und rechnet mit Einnahmen von rund einer Milliarde Euro jährlich. Zuvor war von 2028 und rund 450 Millionen Euro die Rede. Teile von CDU und CSU lehnen das Vorhaben ab, weil sie gegen neue Steuern sind.
    Diese Nachricht wurde am 02.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.