
Auch die kostenintensive Koexistenz zweier bundesweiter Vollprogramme müsse man grundsätzlich überdenken: "Ein erster Schritt wäre, die Aufgabenteilung zwischen ARD und ZDF klarer zu definieren", so der parteilose Minister.
Der öffentlich-rechtliche Rundfunk werde als Vertrauensmedium und wichtiges Diskurskorrektiv dringend gebraucht, betonte Weimer. Aber sein Zustand sei besorgniserregend. Der beitragsfinanzierte Rundfunk sei überorganisiert, zu teuer, in eine Glaubwürdigkeitskrise geraten und erleide einen fundamentalen Bedeutungsverlust - nicht nur im Osten, sondern vor allem bei jüngeren Menschen.
Weimer für mehr Information als Krimis
Der öffentlich-rechtliche Rundfunk müsse sich konsequent auf seinen eigentlichen Zweck konzentrieren: mehr Information als Krimis, mehr Hintergrund als Kochshows, mehr Kultur als Quizsendungen, mehr Bildung als Telenovelas. Die Fortsetzung des Ansatzes, alles für alle anzubieten, und das gleich mehrfach, trage nicht mehr.
Wenn man jetzt nicht über die bisherigen Reformschritte hinaus plane, wie der öffentlich-rechtliche Rundfunk in zehn Jahren aussehen könne, würden diejenigen, die ihn ablehnten und schwächen wollten, die Deutungshoheit erringen.
Den Mediendiskurs dürfe man nicht populistisch agierenden Parteien überlassen,
Den Mediendiskurs dürfe man nicht populistisch agierenden Parteien überlassen,
Als beste Strategie, ein offenes Mediensystem zu erhalten, nannte Weimer einen "Dreiklang aus harter Regulierung von Big Tech, einer industriepolitischen Stärkung europäischer Medienanbieter und einem zeitgemäß transformierten öffentlich- rechtlichen Rundfunk".
Diese Nachricht wurde am 25.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
