Nach Druck der USA
Macron: G7 geben bis zu 100 Millionen Barrel Diesel und Rohöl frei

Die G7-Staaten haben sich darauf verständigt, bis zu 100 Millionen Barrel Diesel und Rohöl aus ihren Reserven freizugeben. Wie Frankreichs Präsident Macron mitteilte, soll die Freigabe über einen Zeitraum von vier Monaten erfolgen, um die Energiemärkte zu entlasten. Damit reagierten die G7 auf eine Forderung Washingtons.

    Präsident Emmanuel Macron im Anzug vor dunklem Hintergrund
    Frankreichs Präsident Macron hat derzeit den Vorsitz der G7-Gruppe. (imago / NurPhoto / Nicolas Economou)
    Die US-Regierung hatte die europäischen Staaten aufgefordert, Diesel-Reserven rasch freizugeben, um den Weltmarktpreis zu senken. Zugleich drohten die USA indirekt mit einem Exportstopp für Diesel nach Europa.
    Die EU begrüßte die Entscheidung der G7-Länder. Brüssel unterstütze eine von der Internationalen Energieagentur koordinierte Freigabe, schrieb EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen in Onlinediensten. Bundesaußenminister Wadephul sagte, mit diesem Ergebnis seien die EU-Interessen gewahrt. Bundeswirtschaftsministerin Reiche betonte, die Freigabe stelle kein Risiko für die Energieversorgung dar.
    Beobachter sehen als Hintergrund den US-Wahlkampf für die Zwischenwahlen im November. Sie vermuten, dass Trump erreichen will, dass in den Vereinigten Staaten der Dieselpreis noch vor der Abstimmung deutlich sinkt.
    An den Finanzmärkten sorgte die Ankündigung bereits für Entlastung. Die Treibstoffpreise sind auch in den USA wegen des Iran-Kriegs stark gestiegen. Diesel wird in dem Land überwiegend in Nutzfahrzeugen wie Traktoren oder Lastwagen eingesetzt.
    Zu den G7-Staaten gehören neben den USA, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan und Kanada.
    Diese Nachricht wurde am 03.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.