
Ausgezeichnet werden die drei für ihre Entdeckungen im Bereich der Optogenetik, wie das Karolinska-Institut erklärte. Optogenetik ist eine Methode, mit der sich Zellen - meist Neuronen - mit Hilfe von Licht präzise an- oder abschalten lassen. Sie kombiniert genetische und optische Techniken, um in lebendem Gewebe und sogar in frei beweglichen Tieren gezielt zelluläre Aktivität zu steuern. Diese Methode werde heute in Laboren weltweit eingesetzt, um die Geheimnisse des Gehirns zu entschlüsseln, erläuterte das Nobel-Komitee.
Hegemann: Preis ist Überraschung
Hegemann lehrt an der Humboldt-Universität in Berlin; Nagel ist Professor an der Universität Würzburg. Deisseroth forscht an der Stanford University in Kalifornien. Die Wissenschaftler erhalten jeweils ein Drittel des Preisgelds von umgerechnet rund einer Million Euro. Hegemann sagte im RBB, der Preis sei für ihn eine Überraschung, auch weil die Begeisterung für die Optogenetik innerhalb der Neurowissenschaften inzwischen weitgehend abgeklungen sei.
Würdigung der Preisträger
Die Preisträger wurden von der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina und dem Max-Planck-Institut gewürdigt. Die Präsidentin der Leopoldina, Rockenbach, sprach von wegweisenden Erkenntnissen, die unter anderem zu neuen Therapieansätzen für neurologische und psychische Erkrankungen beitragen würden. Bundeskanzler Merz lobte angesichts der beiden deutschen Preisträger die Forschung im Land.
Auftakt der diesjährigen Nobelpreiswoche
Im Verlauf der Woche werden die Träger des Physik- und des Chemie-Preises sowie die für Literatur und Frieden benannt. Die Reihe der Bekanntgaben endet am kommenden Montag mit dem von der schwedischen Zentralbank gestifteten sogenannten Wirtschaftsnobelpreis.
Die feierliche Übergabe aller Auszeichnungen findet traditionsgemäß am 10. Dezember statt, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel.
Diese Nachricht wurde am 06.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
