Gedenken
Ministerin Prien nennt Nein zu Stolpersteinen in Heidenau "Skandal"

Bundesbildungsministerin Prien hat die Entscheidung des Stadtrats im sächsischen Heidenau gegen weitere Stolpersteine zur Erinnerung an ermordetete Jüdinnen und Juden als Skandal bezeichnet.

    Stolpersteine als Mahnmal für Holocaust-Opfer
    Stolpersteine als Mahnmal für Holocaust-Opfer (picture alliance / Winfried Rothermel | Winfried Rothermel)
    Die CDU-Politikerin sagte der "Bild"-Zeitung, Stolpersteine im öffentlichen Raum machten vernichtetes jüdisches Leben sichtbar und gäben jedem einzelnen Verfolgten ein Stück Würde zurück. Der Rat von Heidenau hatte sich auf einen Antrag, der aus den Reihen von AfD und CDU gestellt worden war, mehrheitlich gegen die weitere Verlegung der Erinnerungssteine ausgesprochen. Ministerin Prien, die selbst jüdische Wurzeln hat, appellierte an ihre Partei, sich ihrer geschichtlichen Verantwortung bewusst zu sein.
    Die Entscheidung der Stadt in Sachsen mit ihren knapp 17.000 Einwohnern hat eine bundesweite Debatte ausgelöst. Angesichts der Zunahme von Antisemitismus in Deutschland wurde sie mit viel Kritik aufgenommen. In München dürfen die von dem Kölner Künstler Gunter Demnig entwickelten Steine bereits seit Jahren nicht mehr auf öffentlichem und städtischem Grund verlegt werden. Dies wurde entschieden, nachdem unter anderem die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde, Knobloch, die Gedenksteine auf dem Boden als unwürdig kritisiert hatte.
    Diese Nachricht wurde am 26.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.