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Mitteilsame Vorleser aus Silizium

Medizin. - In Düsseldorf eröffnete heute mit der "REHACARE 2001" die weltweit größte Fachmesse rund um medizinische Hilfsgeräte, Rehabilitation und Pflege. Elektronische Hilfsmittel gehören dabei inzwischen zum etablierten Repertoire. Einen Schwerpunkt unter den Computern mit unterstützenden Aufgaben für Behinderte bilden in diesem Jahr Computer, die Blinden oder stark sehbehinderten Personen die Umwelt wortreich näher bringen.

    Schon seit einigen Jahren existieren Geräte für Blinde, die Texte mehr oder minder verständlich vorlesen. Doch die Anforderungen an die Technologie beschränken sich heute nicht mehr allein auf Tageszeitungen und Bücher, die über einen Scanner digitalisiert und anschließend vom Rechner vorgelesen werden. Weiter geht etwa der Ansatz des so genannten Multimedia-Lesesystems "Lesephon" von der Firma Novotech aus Allensbach (http://www.novotech-gmbh.de/). Ausgestattet mit einem Fernsehdecoder ist das Programm in der Lage, die Videotextseiten der Sender gezielt vorzulesen. Außerdem können auch Internetseiten mit Lesephon hörbar gemacht werden, auf Wunsch auch auf englisch oder spanisch. Die Steuerung von Lesephon erfolgt standardmäßig via Tastatur, kann aber auch über ein Spracherkennungssystem mit Mikrophon und Wortbefehlen erfolgen. Allerdings hat soviel Komfort auch seinen Preis: Lesephon schlägt mit rund 10000 Mark zu Buche.

    Noch nicht für Privatleute zu erwerben ist dagegen eine Hightech-Hilfe aus Irland: "Guido" gleicht einer Kombination aus Motorroller und klassischem Gehwägelchen, verfügt aber zusätzlich über zahlreiche Sensoren, Kameras und Software, die ihm die eigenständige Orientierung in jeder Umgebung erlauben. Das Vehikel soll, wenn es in zwei bis drei Jahren den Markt gelangt, Taststock und Blindenhund ersetzen, erklärt Gerard Lacey von der Herstellerfirma Haptica in Dublin: "Guido verwendet keine vorgegebenen Karten, sondern erkennt aktiv seine Umwelt." Damit taugt der Fahrroboter selbst für Reisen in andere Städte und Gegenden.

    Dagegen jetzt schon nutzen können Blinde eine äußerst praktische Sehhilfe über das Internet. Während viele noch so intelligente Programme bei so manchen Aufgaben scheitern, hilft möglicherweise der neue Internet-Dienst "Klickblick - leih mir Deine Augen" weiter. Dabei handelt es sich um einen Peer-to-Peer-Dienst nach dem Vorbild der Musiktauschbörse "Napster", bei dem die sehenden Mitglieder ihren sehbehinderten Mitmenschen Gegenstände auf Wunsch beschreiben. Dazu benötigen die blinden Teilnehmer allerdings einen PC mit Mikrofon, Braille-Zeile sowie einer Webcam, um ihren Helfern die zu beschreibenden Objekte zu zeigen.

    [Quelle: Kay Müllges]

    Links:

    http://www.klickblick.de/ http://www.messe-duesseldorf.de/rehacare/

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