Frankreich
Nach Protesten: Regierung kündigt Reformen im Bildungswesen an

Die französische Regierung hat nach wochenlangen Protesten von Schülerinnen, Schülern und Studierenden Verbesserungen im Bildungswesen angekündigt.

    Lyon, Frankreich: Auf einer Straße stehen sich Polizeikräfte und Protestler gegenüber. Dazwischen liegen umgefallene Mülltonnen, Qualm ist in der Luft.
    Ausschreitungen in Lyon am 24.10 (picture alliance / MAXPPP / Richard MOUILLAUD)
    Das umstrittene französische Hochschulzulassungssystem Parcoursup soll im Herbst 2028 durch ein neues Verfahren ersetzt werden. Für die Sanierung von Gymnasien will die Regierung den Kommunen in den kommenden Jahren zinsgünstige Kredite in Höhe von vier Milliarden Euro bereitstellen. Für Renovierungen an Universitäten ist eine weitere Milliarde Euro vorgesehen. Bildungsminister Geffray kündigte außerdem die Schaffung von Hunderten zusätzlichen Lehrerstellen an. Geplante Stellenstreichungen würden zurückgenommen. Vertreter der Protestbewegung begrüßten die Ankündigungen, riefen jedoch dazu auf, die Demonstrationen fortzusetzen.
    Seit Wochen protestieren in Frankreich Schülerinnen, Schüler und Studierende gegen marode Schulen, Lehrkräftemangel und hohe Lebenshaltungskosten. Bei mehreren Demonstrationen war es zuletzt am Rande friedlicher Kundgebungen zu Ausschreitungen, Brandstiftungen und Plünderungen gekommen.
    Diese Nachricht wurde am 26.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.