Bundesstaat Yucatán
Nach Tod durch "hirnfressende Amöbe": Mexiko sperrt Seen

Nach dem Tod eines Mannes in Mexiko durch eine seltene Infektion mit der sogenannten hirnfressenden Amöbe haben die Behörden im Bundesstaat Yucatán sechs künstlich angelegte Seen gesperrt. Die Wasserqualität soll künftig strenger überwacht werden.

    Eine Mikrosop-Aufnahme der "hirnfressenden Amöbe", Naegleria fowleri
    In Mexiko starb ein Mann durch eine Infektion mit der sogenannten "hirnfressenden Amöbe", Naegleria fowleri. (picture alliance / BSIP / CDC / IMAGE POINT FR)
    In sechs von neun untersuchten Gewässern der Stadt Mérida seien Einzeller der Gattung Naegleria nachgewiesen worden, zu der auch der hochgefährliche Parasit Naegleria fowleri gehöre, teilte Yucatáns Gesundheitsminister Alcocer mit. Alle betroffenen Seen werden für Freizeitaktivitäten genutzt.
    Ein 34 Jahre alter Mann war im September an einer durch Naegleria fowleri verursachten Hirninfektion gestorben. Er war als Wasserskilehrer auf einem künstlichen Gewässer tätig, in dem der Erreger nachgewiesen wurde.
    Yucatán liegt auf der gleichnamigen Halbinsel im Südosten Mexikos und ist auch für deutsche Touristen ein beliebtes Reiseziel. Zu den Attraktionen gehören die Maya-Ruinen von Chichén Itzá und die als Cenoten bekannten natürlichen Süßwasserbecken. Die aktuellen Sicherheitsmaßnahmen betreffen nur künstliche Seen in Mérida; eine generelle Sperrung natürlicher Badegewässer wurde nicht veranlasst.

    Parasit in warmen Gewässern

    Infektionen mit dem Parasiten Naegleria fowleri sind extrem selten, verlaufen jedoch fast immer tödlich. Laut dem Robert Koch-Institut ist der Organismus besonders in den Subtropen und Tropen verbreitet.
    Die "hirnfressende Amöbe" breitet sich hauptsächlich in warmen Gewässern aus und kann beim Schwimmen in die Nase gelangen. Von dort aus dringt sie weiter bis ins Gehirn vor, wo sie eine Entzündung der Hirnhaut hervorruft - die Primäre Amöben-Meningoenzephalitis (PAM). Die Inkubationszeit bis zum Ausbruch der Erkrankung beträgt etwa zwei Wochen. Viele Patienten fallen ins Koma und sterben schließlich.
    Diese Nachricht wurde am 16.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.