
Dodik selbst durfte nicht kandidieren, er war wegen Überschreitung seiner Befugnisse verurteilt worden. Hintergrund waren seine Bestrebungen, die Republika Srpska vom Gesamtstaat abzuspalten. Er dankte dem russischen Präsidenten Putin und US-Präsident Trump. Die US-Regierung hatte im vergangenen Jahr Sanktionen gegen Dodik aufgehoben.
In das dreiköpfige Staatspräsidium wurden der sozialdemokratische Bosniake Becirovic, die nationalistische Serbin Cvijanovic und die nationalistische Kroatin Filipovic gewählt.
Ex-Repräsentant Schmidt: "Weg in die EU erschwert"
Der ehemalige Hohe Repräsentant für Bosnien und Herzegowina, Schmidt, sieht das Wahlergebnis als Bestätigung für die Nationalisten.
Schmidt sagte im Deutschlandfunk
, diese Spaltung erschwere dem Land den Weg in die Europäische Union. Er erwarte im kommenden Jahr neue Versuche Dodiks, die Republik Srpska stärker von Bosnien und Herzegowina abzuspalten. Schmidt forderte, die EU müsse entschlossen darauf reagieren.
OSZE kritisierte Wahlkampf
Der offizielle Zwischenbericht der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa zeichnete ein kritisches Bild des Wahlkampfes. Bemängelt wurden der Druck auf abhängig Beschäftigte und die starke Fokussierung auf ethnische Gemeinschaften. Die zentrale Wahlkommission der OSZE hatte bereits Mitte September über 100.000 Euro an Strafen für missbräuchlichen Wahlkampf verhängt.
Das komplizierte Staatsgebilde geht auf das Friedensabkommen von Dayton zurück, das den Bosnienkrieg von 1992 bis 1995 beendete. Noch immer leidet das kleine Balkanland unter den Gegensätzen zwischen den Nationalparteien. Die Hälfte der Bevölkerung gehört zu den muslimischen Bosniaken, ein Drittel zu den orthodoxen Serben und 15 Prozent zu den katholischen Kroaten.
Aus dem Deutschlandfunk-Programm
Diese Nachricht wurde am 05.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.



