
Im Fachjournal "Nature Medicine" beschreiben die Forschenden einen physiologischen Wendepunkt. Sie fanden heraus, dass sich 52 von 90 untersuchten Laborparametern rund um die Menopause sprunghaft veränderten. Betroffen waren unter anderem die Leberwerte und die Nierenfunktion. Zudem stieg die Häufigkeit einiger Erkrankungen wie Herzinfarkte, Schlaganfälle und Osteoporose. Erste hormonelle Veränderungen konnten die Forschenden aber schon bis zu 15 Jahre vor der letzten Periode erkennen. Demnach nahmen die Konzentrationen von Östrogen und Progesteron ab, während der Spiegel des follikelstimulierenden Hormons (FSH) anstieg.
"Kein plötzlicher Krankheitsbeginn"
Die Gynäkologin Petra Stute vom Inselspital Bern sagte dem Science Media Center allerdings, der Begriff einer "physiologischen Klippe" sei zugespitzt. Die Studie zeige statistisch rekonstruierte Durchschnittsverläufe und keinen unmittelbar beobachteten Gesundheitsabfall bei einzelnen Frauen. Die Menopause sei eine relevante physiologische Umstellung, aber kein plötzlicher Krankheitsbeginn.
Hormonersatztherapie mit Chancen und Risiken
In der Studie werden auch die Vor- und Nachteile einer Hormonersatztherapie besprochen. Bei Anwenderinnen fielen viele der beobachteten Veränderungen weniger stark aus. Die Forschenden betonen jedoch, dass daraus kein ursächlicher Schutzeffekt vor chronischen Erkrankungen abgeleitet werden kann. Zugleich ist die Therapie mit Risiken verbunden, die individuell gegen den möglichen Nutzen abgewogen werden müssen.
Diese Nachricht wurde am 13.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.





