
Grundlage der Berechnungen sind Daten der europäischen Statistikbehörde Eurostat. Zur Messung der Kaufkraftunterschiede verwendet die NZZ das bereinigte Primäreinkommen je Einwohner. Es besteht den Angaben zufolge aus den Löhnen und Gehältern der Arbeitnehmer, den Einkommen der Selbständigen und den Vermögenserträgen wie etwa Zinsen, Dividenden, Mieten.
Bemerkenswert sei, dass das kaufkraftbereinigte Einkommen der Ostdeutschen sogar höher ausfalle als das der Bürger in den reichen skandinavischen Ländern. Als Grund werden die unterschiedlichen Lebenshaltungskosten angeführt, die in Skandinavien vergleichsweise hoch seien. So müssten in Schweden und Finnland die Bürger rund zwölf Prozent mehr für ihre Lebenshaltung aufwenden als die Deutschen.
Hohe Erwerbsquote von Frauen und viele Pendler
Die Autoren nennen weitere Gründe für die Entwicklung. Zum einen gebe es in Ostdeutschland eine vergleichsweise hohe Erwerbsquote von Frauen. Viele Ostdeutsche seien zudem Berufspendler und arbeiteten in Berlin oder in den westdeutschen Bundesländern. Auch hätte Ostdeutschland von Transferzahlungen nach der Deutschen Wiedervereinigung für den Aufbau Ost in Höhe von 1,8 Billionen Euro profitiert.
In der NZZ-Auswertung gibt es auch Regionen, in denen das kaufkraftbereinigte Einkommen höher ist als in Ostdeutschland, etwa in Österreich, Niederlande, Norditalien und Westdeutschland.
Diese Nachricht wurde am 06.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
