Korruptionsermittlungen
Oberster Schiedsrichter in der Türkei sitzt in Untersuchungshaft

Der türkische Schiedsrichter-Chef Ferhat Gündogdu ist im Rahmen von Korruptionsermittlungen in Untersuchungshaft genommen worden. Das Justizministerium sicherte zu, sich für einen "sauberen Fußball" einzusetzen.

    Ibrahim Haciosmanoglu, Präsident des Türkischen Fußballverbands, spricht während einer Pressekonferenz in Istanbul.
    Der türkische Fußball wird von einem neuen Skandal erschüttert. (Samet Yalcin / DIA Photo / AP / dpa / Samet Yalcin)
    Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu meldet, der Vorsitzende der Schiedsrichter-Kommission und sechs weitere Personen seien gestern wegen des Verdachts der Manipulation einem Richter vorgeführt. Das Gericht habe die Untersuchungshaft für fünf von ihnen angeordnet.
    Gündogdu war am Dienstag festgenommen worden. Im Mittelpunkt der Untersuchung stehen mögliche Einflussnahmen auf zentrale Entscheidungen im türkischen Schiedsrichterwesen. Justizminister Gürlek schrieb auf X, es gehe um "Vorwürfe der Einmischung in die Erstellung der Schiedsrichterranglisten, in die Einsätze, die Bewertungs- und Ernennungsverfahren sowie die Regelprüfungen". Im Rahmen der Ermittlungen seien Wohnungen, Arbeitsstätten und Büros untersucht worden. Gürlek versprach, sich für einen "sauberen Fußball" einzusetzen.
    Vergangenes Jahr war der türkische Fußball von einem umfangreichen Wettskandal erschüttert worden. Im November 2025 suspendierte der nationale Fußballverband (TFF) 149 Schiedsrichter.
    Diese Nachricht wurde am 03.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.