Tag der Deutschen Einheit
Ostbeauftragte Kaiser wirbt für ostdeutsches Staatsoberhaupt

Die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Kaiser, sieht Ostdeutsche in Führungspositionen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft noch immer nicht ausreichend vertreten. Sie finde, die Zeit sei reif für ein ostdeutsches Staatsoberhaupt.

    Die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Elisabeth Kaiser, steht an einem Rednerpult.
    Die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Elisabeth Kaiser (IMAGO / KreativMedia Press / Marten Ronneburg)
    Die SPD-Politikerin sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung", wenn die Spitzen der Bundesrepublik heute zum Tag der deutschen Einheit zusammenkämen, falle mal wieder auf, dass niemand aus Ostdeutschland komme. Da könne schnell der Eindruck entstehen, die Ostdeutschen spielten in der Führung des Landes keine Rolle und säßen nur am Katzentisch. Warum sollte die nächste Bundespräsidentin nicht eine 'kluge Frau aus Ostdeutschland' sein, betonte Kaiser.
    Die Ostbeauftragte erinnerte daran, dass die Wiedervereinigung Deutschlands für viele Menschen eine Zeit biografischer Umbrüche und existenzieller Sorgen war.
    Diese Erfahrungen prägten die Ostdeutschen bis heute. Seither sei jedoch viel erreicht worden. Ostdeutschland sei heute eine wirtschaftliche Innovationsregion, ein wichtiger Wissenschaftsstandort und die Brücke in das östliche Europa. Dennoch gebe es zwischen den Landesteilen Ungleichheiten, die beseitigt werden müssten. So existierten weiterhin große Unterschiede bei Einkommen und Vermögen.
    Die Amtszeit von Bundespräsident Steinmeier endet im Frühjahr 2027. Der 70-Jährige darf nach zwei Amtszeiten nicht mehr kandidieren. Der erste und bislang einzige ostdeutsche Amtsinhaber war Joachim Gauck. Der gebürtige Rostocker hatte das Amt von 2012 bis 2017 inne.
    Diese Nachricht wurde am 03.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.