Antarktis
Pinguin-Kot könnte Schnee-Schmelze beschleunigen

Auch in der Antarktis schreiten Schneeschmelze und Eisverlust infolge der Erderwärmung weiter fort. Untersuchungen deuten nun darauf hin, dass ausgerechnet der biologische Einfluss der dort lebenden Pinguine den negativen Effekt beschleunigen könnte.

    Ein Pinguin (Pygoscelis papua) blickt von einem felsigen Umtergrund auf Eisberge, um ihn herum ist das Eis zum Teil geschmolzen.
    Ein Eselspinguin (Pygoscelis papua) auf der Antarktische Halbinsel Cuverville Island. (picture alliance / Kerstin Langenberger)
    Hintergrund sind die Auswirkungen von Ausscheidungen der flugunfähigen Seevögel, lautet das Ergebnis einer Studie im ”Journal of Geophysical Research: Biogeosciences”. Das im Kot reichlich enthaltene Phosphat wirkt demnach wie Dünger, der das Wachstum grüner Schneealgen fördert. Diese Algen färben den Schnee dunkel. Dadurch absorbiert der Schnee bis zu 40 Prozent mehr Sonnenenergie als sauberer weißer Schnee. In der Folge schmilzt der Schnee schneller.
    Das Forschungs-Team geht davon aus, dass der Effekt in Zukunft sogar an Bedeutung gewinnen könnte. Wenn sich Pinguine und andere Seevögel etwa in neue Gebiete ausbreiten, könnten auch die von ihrem Kot gedüngten Algenflächen wachsen. In den bisherigen Modellen ist dieser biologische Einfluss auf die Schneeschmelze nicht berücksichtigt.
    Diese Nachricht wurde am 07.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.