Neu Delhi
Polizei geht gegen Proteste in Indien vor - auch Gründer von Kakerlaken-Bewegung "CJP" festgenommen

In der indischen Hauptstadt Neu-Delhi ist die Polizei gegen regierungskritische Demonstranten vorgegangen.

    Polizeikräfte nehmen in Neu-Delhi eine Anhängerin der „Cockroach Janata Party“ (CJP) fest. Die Demonstrantin wird von mehreren uniformierten Polizistinnen getragen.
    Polizeikräfte nehmen eine Anhängerin der „Cockroach Janata Party“ (CJP) fest. Die sogenannte Kakerlaken-Bewegung protestiert gegen Indiens obersten Wahlleiter und fordert dessen Rücktritt aufgrund mutmaßlicher Unregelmäßigkeiten in den Wählerverzeichnissen. (AFP / ARUN SANKAR)
    Die Rede ist von tausenden Festnahmen. Darunter ist auch der Gründer der sogenannten Kakerlaken-Bewegung "CJP". Die Bewegung hatte für heute erneut zu landesweiten Protesten gegen die Wahlkommission aufgerufen. Sie fordert den Rücktritt des Kommissionschefs, dem sie Manipulationen zugunsten der Partei BJP von Regierungschef Modi zur Last legt.
    Der Vorwurf der Einflussnahme war zuletzt im Juni bei der Regionalwahl im Bundesstaat Westbengalen aufgekommen. Modis BJP hatte die Abstimmung gewonnen, nachdem dort kurz zuvor Millionen Namen von Wählerlisten gestrichen worden sein sollen.
    Im Vorfeld der Proteste waren zehntausende Sicherheitskräfte in die Hauptstadt entsandt worden. Das mobile Internet wurde zeitweise abgeschaltet. Vonseiten der indischen Opposition kam Kritik. Der frühere Bürgermeister von Neu Delhi warf Modi diktatorisches Verhalten vor. Oppositionschef Ghandi rief dazu auf, die Proteste fortzusetzen.
    Diese Nachricht wurde am 10.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.