
Nach dem Einmarsch in die Ukraine und der anschließenden weitgehenden Isolation Russlands durch westliche Sanktionen sucht der Kreml nach Verbündeten in anderen Regionen. Im Zuge dessen kündigte der russische Außenminister Lawrow auch eine "historische Rückkehr" nach Afrika an. In diesem Zusammenhang steht auch der dritte Russland-Afrika-Gipfel - nach Treffen in den Jahren 2019 und 2023.
Wirtschaft im Fokus
Russland lässt in seinen Staatsmedien ausführlich über die Veranstaltung berichten. Nach Angaben der Agentur Sputnik sind zu dem Treffen rund 4.000 russische und afrikanische Unternehmer eingeladen. Geplant sind auch mehrere bilaterale Treffen zwischen afrikanischen Staats- und Regierungschefs mit Präsident Putin. Dabei dürfte es auch um Rohstoffe und Agrarprodukte gehen. Russland ist ein wichtiger Lieferant von Getreide und Dünger. Mehrere afrikanische Staaten signalisierten bereits Interesse an einer Zusammenarbeit im Energiebereich, etwa in der Atomenergie.
Bislang ist der Anteil Afrikas an Russlands Außenhandel noch relativ gering. Laut russischen Zolldienst belief sich das Handelsvolumen zwischen Russland und afrikanischen Staaten im vergangenen Jahr auf einen Wert von rund 27 Milliarden US-Dollar. Das sind nur rund vier Prozent des gesamten Handelsvolumen Russlands.
Söldnercorps in Afrika - Russland als Rüstungsexporteur
Deutlicher als bei Handelsfragen zeigt sich die russische Präsenz in Afrika im Militärbereich. Laut dem Congressional Research Service befinden sich große russische Militär-Kontingente in der Zentralafrikanischen Republik, in Mali und Libyen. Das sogenannte Afrikakorps könnte seine Präsenz in Burkina Faso und Niger ausweiten. Auch in Äquatorialguinea wurden schon russische Söldner gesichtet, wie die Deutsche Welle berichtet. Nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung will Senegal den Russland-Afrika-Gipfel nutzen, um ein Sicherheitsabkommen zwischen Russland und der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS auf den Weg zu bringen.
Am Rande des Gipfels wirbt der staatliche russische Rüstungsexporteur auch für seine Waffensysteme. Nach Einschätzung des Afrika-Experten Tobias Rüttershoff von der Konrad-Adenauer-Stiftung, stoßen die russischen Bemühungen etwa bei Militärregierungen der Sahel-Zone Mali, Burkina-Faso und Niger auf Zustimmung, wie der WDR berichtet. Rüttershoff forderte, es brauche deutlich mehr europäische Zusammenarbeit mit afrikanischen Ländern, um Russland und China in der Region nicht das Feld zu überlassen.
Weiterführende Informationen
Diese Nachricht wurde am 28.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
