
Seine Labour-Partei werde bei der nächsten Parlamentswahl mit dem Versprechen antreten, das Wahlsystem zu reformieren, sagte Burnham auf einem Parteitag im nordenglischen Liverpool. Dazu werde er eine Kommission mit Fachleuten einsetzen, um Vorschläge zur Umsetzung zu entwickeln. Zugleich forderte er alle anderen politischen Parteien zur Mitarbeit auf.
Burnham argumentiert, durch eine Reform des Wahlrechts werde die politische Stabilität in Großbritannien verbessert. Immerhin sei er der inzwischen siebte Premierminister binnen zehn Jahren. Die nächste Parlamentswahl steht turnusgemäß im Jahr 2029 an.
Volksentscheid vor 15 Jahren scheiterte
Nach dem derzeitigen Mehrheitswahlrecht gewinnt pro Wahlkreis nur der Kandidat mit den meisten Stimmen einen Parlamentssitz, alle anderen Stimmen bleiben folgenlos. Bei einem Verhältniswahlrecht würden die Parlamentssitze entsprechend der Stimmanteile verteilt werden.
Es gab zuletzt vor 15 Jahren den Versuch, das Mehrheitswahlrecht in Großbritannien durch ein anderes System zu ersetzen. Die Reform wurde in einem Volksentscheid abgelehnt.
Burnham will auch Pflegesystem reformieren
Burnham kündigte in seiner Rede auch tiefgreifende Änderungen im Sozialsystem an. Seine Regierung werde die Pflege anders aufstellen. Geplant sei ein nationales System, in das jeder einzahle und damit abgesichert sei. Dafür sei die eigentliche Inanspruchnahme der Pflege mit keinen zusätzlichen Kosten verbunden, sagte Burnham.
Der Premierminister äußerte sich zu einer Reihe weiterer Themen. So warb er für eine Reform der privatisierten Wasserversorgung im Vereinigten Königreich. Geplant sei zudem eine stärkere öffentliche Kontrolle über die Versorgungsunternehmen. Burnham kündigte außerdem an, er werde den Kommunen die Befugnis geben, marode Wohnungen zu übernehmen und zu sanieren.
Diese Nachricht wurde am 29.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
