Türkei
Proteste in Izmir nach Wechsel des Bürgermeisters zur Regierungspartei AKP

Nach dem Eintritt des Bürgermeisters von Izmir, Tugay, in die islamisch-konservative AK-Partei von Präsident Erdogan haben sich mehr als tausend Menschen zu Protesten versammelt.

    Menschen tragen bei einer Protestkundgebung in Izmir einen symbolischen Sarg mit einem Foto des Oberbürgermeisters Cemil Tugay. Auf dem Sarg steht: „Politisch tot“.
    Proteste gegen den AKP-Beitritt von Izmirs Bürgermeister Cemil Tugay. Auf dem symbolischen Sarg steht: „Politisch tot“. (AP / Cengiz Malgir)
    Sie forderten den Rücktritt Tugays und skandierten "Verräter". Sie hätten mit der Wahl Tugays auch für dessen damalige Partei gestimmt, die mitte-links ausgerichtete CHP. Polizisten sperrten im Vorfeld der Proteste die zentralen Plätze der Stadt ab. Izmir gilt als liberale Hochburg. Jahrelang stellte die CHP dort den Bürgermeister. Auch vor zweieinhalb Jahren gewann die CHP die Kommunalwahlen in Izmir. Inzwischen steht die Partei landesweit im Visier der türkischen Justiz. Der ehemalige Istanbuler Bürgermeister İmamoğlu, ebenfalls CHP, befindet sich wegen Korruptionsvorwürfen im Gefängnis. Im Mai wurde die Parteiführung abgesetzt. Zahlreiche Mitglieder der CHP traten aus, darunter auch Tugay, der seither parteilos war.
    Diese Nachricht wurde am 08.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.