Gewässer
Quaggamuschel im Chiemsee: Monitoring startet

Die Quaggamuschel breitet sich im Chiemsee weiter stark aus. Um die Folgen für das Ökosystem zu erfassen und Erkenntnisse für andere oberbayerische Seen zu gewinnen, will der Bezirk Oberbayern gemeinsam mit der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Fischereigenossenschaft Chiemsee ein wissenschaftliches Monitoring aufbauen.

    Viele Quagga-Muscheln sind bei Niedrigwasser eng nebeneinander auf einem Stein zu sehen.
    Quagga-Muscheln auf einem Stein bei Niedrigwasser (imago / bodenseebilder.de)
    Untersucht werden sollen unter anderem die Muscheldichte in verschiedenen Wassertiefen sowie der Chlorophyll- und der Sauerstoffgehalt und die Auswirkungen auf die Fischbestände. Das Monitoring soll voraussichtlich Anfang 2027 beginnen.

    Auch in anderen Seen nachgewiesen

    Die Quaggamuschel wurde 2024 erstmals im Chiemsee entdeckt. Inzwischen ist sie auch im Starnberger See und im Simssee nachgewiesen. Im Ammersee gibt es zudem genetische Spuren. Die Muschel kann große Mengen Plankton aus dem Wasser filtern und damit die Nahrungsgrundlage heimischer Arten verändern.
    Die ursprünglich aus dem Schwarzmeerraum stammende Muschel breitet sich zunehmend in europäischen Binnengewässern aus. Da sich Larven und Jungtiere leicht in Restwasser oder an feuchten Sportgeräten festsetzen, gilt der Wassersport als Hauptübertragungsweg. An vielen Seen gibt es schon den Hinweis für Wassersportler, ihre Ausrüstung vom Schlauchboot bis zum Tauch-Equipment vor jedem Gewässerwechsel gründlich zu kontrollieren, Restwasser zu leeren, das Material abseits des Sees heiß abzuspülen und vor dem nächsten Einsatz mindestens fünf Tage ruhen zu lassen.
    Diese Nachricht wurde am 06.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.