Veranstaltung in Halle (Saale)
Rechte Buchmesse rechnet mit mehr Gästen

Die Organisatoren der Buchmesse "Seitenwechsel" rechnen im zweiten Jahr der Veranstaltung in Halle (Saale) mit deutlich mehr Besuchern. Erwartet werden mehrere AfD-Politiker und es gibt einige rechtsextreme Aussteller.

    Linke Aktivisten stehen mit Transparenten während der Buchmesse "Seitenwechsel" vor einer Polizeiabsperrung.
    Proteste gegen Buchmesse "Seitenwechsel" im Jahr 2025 (picture alliance / dpa / Sebastian Willnow)
    Der Vorverkauf der Tickets liege 30 Prozent über dem Vorjahr, sagte die Organisatorin Susanne Dagen der Deutschen Presse-Agentur. Dagen ist Mitglied der AfD-Stadtratsfraktion in Dresden und betreibt seit vielen Jahren eine Buchhandlung im Stadtteil Loschwitz.
    Für die beiden Tage des kommenden Wochenendes haben sich laut Ausstellerverzeichnis der Messe über 140 Autoren und Verlage angekündigt - darunter etwa das "Compact-Magazin" und der Antaios-Verlag. Beide in Sachsen-Anhalt beheimateten Verlage werden von den Verfassungsschutzbehörden von Land und Bund als "gesichert rechtsextrem" eingestuft. Das Magdeburger Innenministerium erklärte auf Anfrage, einige der Messe-Aussteller dem "verfassungsschutzrelevanten Teil der sogenannten Neuen Rechten" zuzuordnen. 

    AfD-Politiker Chrupalla und Tillschneider als Redner angekündigt

    Auf der Webseite der Messe heißt es, Aussteller und Exponate, die "Diktaturen verherrlichen oder gegen die freiheitliche Gesellschaft gerichtet" sind, würden nicht zugelassen. Es gehe darum, "oppositionell konservativen Meinungen" eine Bühne zu geben. Im vergangenen Jahr hatte die Messe erstmals stattgefunden. Laut Veranstalter waren 6.000 Besucher gekommen. 
    Als Referenten und Diskutanten angekündigt sind der frühere Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen und der Kabarettist Uwe Steimle. Neben ihnen finden sich im Programm auch der Co-Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion, Tino Chrupalla, und der AfD-Landtagsvizepräsident Hans-Thomas Tillschneider.

    Protest und Gegenveranstaltung geplant

    Im Vorfeld der umstrittenen Veranstaltung kündigt sich Protest an. Unter dem Motto "Antifaschistischer Zeitenwechsel" ruft ein Bündnis am Sonntag zu einer Demo am Steintor auf. Am Mittag ist eine Protestkundgebung vor dem Messegebäude geplant. "Wir kämpfen gegen die Etablierung einer extrem rechten Buchmesse", erklären die Organisatoren. Auch das als Gegenveranstaltung zu der Buchmesse im vergangenen Jahr gegründete "Wir-Festival" wird am Samstag erneut stattfinden.
    Diese Nachricht wurde am 05.11.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.