Schweden
Regierungsbildung des Mitte-Links-Bündnisses offenbar gescheitert

In Schweden ist die Bildung einer Mitte-Links-Regierung offenbar gescheitert. Die Vorsitzende der Sozialdemokraten, die ehemalige Ministerpräsidentin Andersson, erklärte die Sondierungsgespräche ihrer Partei mit Grünen, Zentrumspartei und Linken für beendet.

    Die sozialdemokratische Parteivorsitzende Magdalena Andersson spricht in schwedischen Parlament.
    Die sozialdemokratische Parteivorsitzende Magdalena Andersson beendet ihren Versuch, eine neue Regierung in Schweden zu bilden. (picture alliance / TT NEWS AGENCY / Jonas Ekströmer)
    Sie reagierte damit auf die Ankündigung der Linkspartei, bei der Wahl des Parlamentspräsidenten für den zum konservativen Lager zählenden Amtsinhaber Andreas Norlén zu stimmen - und nicht für die Kandidatin der Sozialdemokraten. Norlén ist inzwischen gewählt worden. Er war bereits in der vergangenen Legislaturperiode Parlamentspräsident.
    Andersson gab nun den Auftrag zur Regierungsbildung zurück und teilte mit, die Linken seien nun Teil eines anderen Blocks, bei dem der Auftrag liegen solle. Die Vorsitzende der Linken, Dadgostar, wies das zurück. Sie bezeichnete die Reaktion Anderssons als merkwürdig. Ihre Partei habe klargestellt, dass die Unterstützung für Norlén keinen parteitaktischen Hintergrund habe, sondern dem Wunsch geschuldet sei, einen erfahrenen Politiker zum Parlamentspräsidenten zu wählen.
    Nun muss Parlamentspräsident Norlén entscheiden, wem er den Auftrag zur Regierungsbildung erteilt. Möglicherweise erhält Ministerpräsident Kristersson eine Chance, dessen Mitte-Rechts-Block bei der Parlamentswahl Anfang des Monats knapp gegen das Mitte-Links-Lager verloren hatte.
    Kristersson dürfte versuchen, die Zentrumspartei für eine mögliche Regierung zu gewinnen. Die Partei ist jedoch strikt gegen eine Regierung, an der die rechtspopulistischen Schwedendemokraten beteiligt sind. Kristersson hatte den Schwedendemokraten vor der Wahl bei einem Sieg seines Lagers eine Regierungsbeteiligung und Ministerämter in Aussicht gestellt.
    Diese Nachricht wurde am 29.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.