
Zuvor hatte ein US-Bundesrichter eine einstweilige Verfügung erlassen, die für 14 Tage gilt und den betroffenen Medien wieder Zugang zum Weißen Haus gewährt. Trump hatte das Zutrittsverbot mit angeblichen "Falschinformationen" über seine Arbeit begründet. Diesen Vorwurf erhebt er regelmäßig gegen Medien, die kritisch über ihn oder die Regierungspolitik berichten. Vizepräsident Vance warf den Nachrichtenmedien vor, "linke Propaganda" zu verbreiten. Anwälte des Justizministeriums begründeten die Sperre mit der nationalen Sicherheit.
Medienhäuser sehen eklatanten Verstoß gegen Pressefreiheit
Die betroffenen Medienhäuser hatten gegen den Ausschluss geklagt. Sie werfen Trump vor, sie wegen kritischer Berichterstattung zu benachteiligen. In dem Zugangsverbot sehen sie einen eklatanten Verstoß gegen den ersten Zusatzartikel der US-Verfassung, der unter anderem die Pressefreiheit garantiert.
Den Richter, der nun zulasten von Trump urteilte, hatte der Präsident selbst 2017 ernannt. 2018 urteilte der Jurist in einem Verfahren über die Rechte von Medien ebenfalls gegen den Präsidenten. Damals ging es darum, dass Trump dem CNN-Reporter Jim Acosta die Akkreditierung entzogen hatte. Das sei unzulässig gewesen, urteilte Kelly.
Solidaritätskampagne in den USA
Zuletzt hatten sich zahlreiche Medien mit den ausgeschlossenen Medien solidarisiert. Die größten Fernsehsender der Vereinigten Staaten schränkten ihre Berichterstattung über den US-Präsidenten ein, darunter ABC, CBS, Fox News und NBC. So wurden etwa keine Live-Bilder von Trumps Reise zur UNO-Generaldebatte in New York gezeigt. Dazu erklärten die Sender, keine Regierung dürfe ein Medienunternehmen einschränken, nur weil sie dessen Berichterstattung missbillige. Auch Nachrichtenagenturen schlossen sich dem Protest an. Mehrere Bildagenturen lieferten etwa Fotos von der Einweihung des neuen Hubschrauberlandeplatzes am Weißen Haus nur mit Verzögerung an ihre Kunden.
Trumps langer Streit mit der Presse
Seit seinem erneuten Amtsantritt im Januar 2025 geht Trump immer wieder hart gegen missliebige Medienberichterstattung vor. Er verklagte unter anderem die "New York Times" und das "Wall Street Journal" auf Schadenersatz in Milliardenhöhe. Mehreren US-Sendern drohte er mit Lizenzentzug. Zudem beleidigte der Präsident vor allem Journalistinnen immer wieder persönlich. Der Streit mit der Presse eskaliert nun zu einem politisch heiklen Zeitpunkt: In sechs Wochen stehen in den USA die Zwischenwahlen zum Kongress an, bei denen Trumps Republikanern eine Niederlage droht.
Diese Nachricht wurde am 24.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.




