Groß-Demo in Paris
Schülerproteste: Krisensitzung mit Präsident Macron nach erneuten Zusammenstößen mit Polizei

Wegen anhaltender Massenproteste von Schülerinnen und Schülern hat Präsident Macron sich am Dienstagabend in einer Krisensitzung zur Lage mit weiteren Politikern beraten. Daran nahmen Premierminister Lecornu, Innenminister Nuñez sowie Bildungsminister Geffray teil, berichteten zunächst der Sender BFMTV sowie die Zeitungen "Le Monde" und "Le Parisien" unter Verweis auf Informationen aus dem Élysée-Palast.

    Das Bild zeigt protestierende Schülerinnen und Schüler auf der Straße. Eine Teilnehmerin ruft Parolen in ein Megafon.
    Protestierende Schülerinnen und Schüler des Lycée Gustave Eiffel in Bordeaux (Christophe Archambault / Afp)
    Macron hatte sich bislang nicht in den Umgang mit den Schülerprotesten eingeschaltet. Informationen zu Ergebnissen aus dem Krisentreffen gibt es bislang nicht. Am Dienstag hatten die Proteste nach Angaben der Organisatoren einen Höhepunkt erreicht. Im ganzen Land hätten 450.000 Menschen demonstriert, davon 100.000 in Paris.
    Das Innenministerium zählte 256.000 landesweit und 56.000 in der Hauptstadt. In mehreren Städten gab es wieder Zusammenstöße mit der Polizei, bei denen Böller flogen und Tränengas eingesetzt wurde. Junge Menschen errichteten Barrikaden und setzten sie in Brand. Die Sicherheitskräfte sehen sich zunehmend dem Vorwurf von Polizeigewalt ausgesetzt. An mehreren Orten wurden die Schülerproteste von Eltern unterstützt. Sie bildeten Menschenketten oder legten sich zwischen den Sicherheitskräften und den Jugendlichen auf den Boden. Die Proteste richten sich gegen den maroden Zustand vieler Schulen und zu wenig Lehrpersonal.
    Diese Nachricht wurde am 07.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.