Mehreinnahmen
Schwarz-rote Koalition einigt sich auf Zuckersteuer

Union und SPD haben sich auf eine neue Zuckersteuer geeinigt. Das Bundeskabinett billigte die überarbeiteten Pläne von Finanzminister Klingbeil. Nach der Vorlage soll ab Mitte kommenden Jahres ein Steuersatz von 26 Cent auf gesüßte Getränke mit einem Zuckergehalt ab 5 Gramm pro 100 Milliliter erhoben werden.

    Automat für alkoholfreie Getränke mit Dosen und Flaschen
    Zuckergesüßte Getränke sollen besteuert werden. (Symbolbild) (picture alliance / imagebroker / Michael Weber)
    Bei einem Zuckergehalt von 8 Gramm soll der Satz 32 Cent betragen. Ausnahmen soll es für Hersteller geben, die weniger als eine Million Liter gezuckerte Getränke pro Jahr produzieren. Über das Vorhaben entscheidet der Bundestag. Anfang des Monats hatte das Kanzleramt die Pläne für eine Zuckersteuer noch gestoppt. In Regierungskreisen hieß es, Klingbeils damaliger Entwurf sei nicht mehrheitsfähig. 
    Mit der Zuckersteuer sollen nach dem Willen Klingbeils Einnahmen für den Bundeshaushalt generiert und Getränkehersteller dazu gebracht werden, ihre Produkte gesünder zu machen.

    Kritik von Hessens Ministerpräsident

    Der hessische Ministerpräsident Rhein hat die geplante Steuer auf zuckergesüßte Getränke kritisiert. Der CDU-Politiker sagte dem "Kölner Stadt-Anzeiger", steigende Lebenshaltungskosten seien eines der größten Probleme in Deutschland. Die Steuer werde zur "Teuer-Steuer", die ein falsches Signal sei. Zudem gehe es nicht wirklich darum, die Gesundheit zu fördern, sondern Bürger zur Kasse zu bitten - für die Haushaltslöcher des Bundes.
    Rhein hatte sich geäußert, bevor die Einigung der Koalition über die Ausgestaltung der Zuckersteuer bekannt wurde.
    Diese Nachricht wurde am 15.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.