Parlamentswahl
Serbien vor Machtwechsel - Tomanic (Südosteuropa-Gesellschaft): "Vucic war nie ein Demokrat, der Westen hat weggeschaut"

In Serbien hat die Liste der neuen oppositionellen Studentenbewegung die vorgezogene Parlamentswahl gewonnen.

    Ilija Srdanovic steht nach der Wahl zwischen Anhängern und Journalisten und feiert den Sieg, er zeigt mit beiden Händen den Drei-Finger-Gruß.
    Das Bündnis "Studentenliste" mit Spitzenkandidat Ilija Srdanovic holte bei der Parlamentswahl die absolute Mehrheit. (picture alliance / AP Photo / Petr David Josek / Petr David Josek)
    Sie erreichte mit gut 52 Prozent der Stimmen die absolute Mehrheit. Der langjährige Machthaber Vucic räumte die Niederlage seiner Partei ein. Er war Ende September als Staatspräsident zurückgetreten, um im Falle eines Wahlerfolgs seiner Partei Regierungschef zu werden. Kritiker warfen ihm unter anderem immer wieder demokratische Defizite vor.
    Die Studentenbewegung entstand aus Protesten nach dem Einsturz eines Bahnhofsvordachs vor zwei Jahren, bei dem 16 Menschen ums Leben kamen. Viele führten das Unglück auf Korruption der Vucic-Regierung zurück. Serbien ist seit 2012 EU-Beitrittskandidat.
    Aleksandra Tomanic von der Südosteuropa-Gesellschaft sagte im Deutschlandfunk, der Sieg gehöre der serbischen Jugend. Diese habe eine gewaltfreie Bewegung gestartet und eine landesweite Mobilisierung erreicht. Die Westbalkan-Expertin ergänzte, Vucic sei nie ein Demokrat gewesen, im Westen habe man diesbezüglich weggeschaut. Dies sei blamabel.
    Diese Nachricht wurde am 26.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.