"Besonders grausame Art"
Sexuelle Gewalt an Schulen: Bildungsministerin Prien erhöht Druck auf Bundesländer

Bundesbildungsministerin Prien erhöht den Druck auf die Bundesländer, ihre Schulen zu Schutzkonzepten gegen sexualisierte Gewalt zu verpflichten.

    Karin Prien (CDU), Bundesfamilienministerin, spricht während einer Pressekonferenz und gestikuliert mit beiden Händen.
    Bundesbildungsministerin Prien. (Archivbild) (Daniel Bockwoldt / dpa / Daniel Bockwoldt)
    Missbrauchsfälle in Schulen seien eine besonders brutale und grausame Art, Kindern und Jugendlichen Schaden zuzufügen, sagte die CDU-Politikerin dem ZDF. Besonders verwerflich sei es, wenn das dann auch noch im Abhängigkeitsverhältnis durch Lehrkräfte geschehe. Schutzkonzepte müssten in jeder Schule verwirklicht sein. Am Ende komme man nicht drumherum, sie überall verpflichtend zu machen. Der Staat habe hier die Aufgabe, Kinder und Jugendliche zu schützen. Wie das ZDF in einer Dokumentation berichtet, erarbeiten erst jetzt viele Schulen in Deutschland Schutzkonzepte gegen sexualisierte Gewalt. Fünf Bundesländer würden ihre Schulen nach wie vor nicht dazu verpflichten: Hamburg, Bremen, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Bayern. Lehrer, die ihre Macht für sexuelle Übergriffe missbrauchten, seien ein Tabuthema, heißt es.
    Die Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Claus, erklärte, es werde keine schon länger bestehende Schule geben, an der es noch nicht dazu gekommen sei. Überall, wo Kinder und Jugendliche seien, gebe es Menschen, die mit dem Ziel der sexuellen Ausbeutung versuchten, ein Näheverhältnis, ein Abhängigkeitsverhältnis, ein Machtverhältnis zu erreichen.
    Diese Nachricht wurde am 13.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.