
Die Autorin wähle dabei überzeugende literarische Strategien. Und: Es sei ein "Roman gegen Gleichgültigkeit", so die Jury weiter.
Die 1988 in Rheinland-Pfalz geborene Bazyar hat "Die Lücken" in einem fiktiven Ort namens Heimesbach im Hunsrück angesiedelt, der an den Heimatort der Autorin angelehnt ist. Die Ich-Erzählerin ist tot. Sie starb bei einem Verkehrsunfall. Seither gelangte sie an Wissen über den Ort aus der Nazi-Zeit. Sie wird von "Göttern" wieder dorthin geschickt, wohin sie als zehn Jahre altes Mädchen mit ihrer älteren Schwester und Eltern kam - als Flüchtlingsfamilie. Erzählt wird von jüdischen Familien, von NS-Profiteuren sowie von kurdischen und iranischen Menschen, die in Deutschland Schutz und Zuflucht suchen.
Insgesamt 205 Titel gesichtet
Bazyar setzte sich gegen vier weitere Autorinnen und einen Autor durch. Insgesamt hatte die Jury 205 Titel gesichtet, die zwischen dem vergangenen Herbst und Anfang September dieses Jahres erschienen sind. Der Hauptpreis ist mit 25.000 Euro dotiert.
Der Deutsche Buchpreis gilt als eine der wichtigsten Auszeichnungen der Branche und wird traditionell am Tag vor der Eröffnung der Frankfurter Buchmesse vergeben. Im vergangenen Jahr gewann Dorothee Elmiger den Preis für ihren Roman "Die Holländerinnen".
Diese Nachricht wurde am 06.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
