
Die Politik müsse auf dem Weg zu erneuerbaren Energien für sozialen Ausgleich gerade bei vulnerablen Haushalten sorgen. Denn Energie könne in geopolitischen Krisen als Waffe eingesetzt werden, weil hohe Preise Gesellschaften destabiliert könnten.
Den Tankrabatt kritisierte Edenhofer allerdings als "sinnloseste Antwort" auf Energiepreiskrisen. Er führe nicht zum Sparen, sondern treibe die Preise in die Höhe und subventioniere die Exporteure von Öl und Gas. Edenhofer forderte stattdessen, neu über ein Klimageld nachzudenken. Wenn Einnahmen aus der CO2-Bepreisung direkt an die Bevölkerung ausgezahlt würden, könne man die Menschen unbürokratisch und schnell unterstützen.
Weltklimakonferenz muss sich um Umsetzung der Klimaziele kümmern
Mit Blick auf die anstehende Weltklimakonferenz im türkischen Antalya sagte der Klimaökonom, es sei gerade in Zeiten geopolitischer Verwerfungen wichtig, auf Weltklimakonferenzen zumindest miteinander zu sprechen. Er plädierte dabei für mehr Realismus. Die Kernfragen seien ausverhandelt, es gehe jetzt darum, wie Klimaziele umgesetzt werden können.
Edenhofer warb für Finanzinstrumente wie internationale Fonds, um Klimaschutzvorhaben, wie den Ausstieg aus den fossilen Energien oder den Schutz und Aufforstung von Wäldern zu bezahlen. Auch der Emissionshandel sei sinnvoll, um Gelder für den Klimaschutz einzunehmen, wenn man ihn so umfassend umsetzt, wie es geplant ist. Allerdings müsse immer überprüft werden, ob zugesicherte Klimaschutzmaßnahmen auch tatsächlich zu weniger Treibhausgasemissionen führen.
Außerdem gehe es darum, Techniken zu entwickeln und zu nutzen, um CO2 wieder aus der Atmosphäre zu entfernen. Das sei nötig, um einen weiteren Anstieg der Temperatur zu verhindern. Der Ökonom schlug auch vor, dass sich kleinere Gruppen von Ländern zusammenschließen, um schneller voranzukommen.
Der Deutschlandfunk sendet das Interview am 1. November 2026 um 11.05 Uhr. Es ist auch in der Deutschlandfunk App abrufbar und auf der Deutschlandfunk Website nachzuhören.
Diese Nachricht wurde am 31.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
