Landtagswahlen
Soziologe Mau beobachtet vor den Wahlen in Ostdeutschland Vertrauensverlust

Vor den anstehenden Landtagswahlen hat der Soziologe Steffen Mau einen Vertrauensverlust in die Parteien ausgemacht. Er sagte im Deutschlandfunk, er beobachte in den ostdeutschen Bundesländern sowieso schon einen sehr distanzierten, manchmal missbilligenden Blick auf die Politik.

    Porträt des Soziologen Steffen Mau, der auf einer Treppe sitzt.
    Steffen Mau, Professor für Makrosoziologie am Institut für Sozialwissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin (picture alliance / Thomas Imo / photothek.de)
    Der Soziologe betonte, vor allem für die Union sei der Umbau des Kabinetts durch Bundeskanzler Merz zuletzt keine vertrauensbildende Maßnahme gewesen.
    Gerade in Ostdeutschland verträten viele Menschen die Meinung, 'die da oben machen das irgendwie unter sich aus'.
    Hinzu kämen längerfristige Entwicklungen im Osten, die für das Wählerverhalten eine besondere Rolle spielten - gekennzeichnet vor allem durch die spezifische Transformationserfahrung, autoritäre Prägungen in der DDR und eine besondere demographische Situation.
    Mau betonte zugleich, Kürzungen angesichts der angespannten Wirtschaftslage träfen den Osten besonders, weil dort das Wohlstandspolster viel, viel dünner sei und "die Leute dann sehr sensibel reagieren, wenn es zu Einschränkungen kommt".
    Diese Nachricht wurde am 01.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.