Aggressionen
Stimmung im Straßenverkehr wird rauer

Drängeln, Lichthupe, auf der Autobahn rechts überholen - Aggressionen haben im deutschen Straßenverkehr in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen.

    Ein Fahrzeug nähert sich mit eingeschaltetem Fernlicht im Rückspiegel.
    Die Menschen im Straßenverkehr werden immer aggressiver. (picture alliance / CHROMORANGE / Michael Bihlmayer)
    Das zeigt eine langjährige Online-Befragung der Unfallforschung des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft. Fast die Hälfte aller Autofahrerinnen und -fahrer drängelt, wenn es ihnen zu langsam vorangeht. Das sind gut zehn Prozent mehr als noch 2023. Mehr als die Hälfte sagt außerdem, dass sie sich sofort abreagieren müssten, wenn sie sich über andere ärgerten.
    Und nicht nur auf dem Auto, auch auf dem Fahrrad wird das Verhalten aggressiver. 40 Prozent der befragten Fahrradfahrer gaben zum Beispiel an, an Zebrastreifen nicht unbedingt anzuhalten oder sich bei Fußgängern durchzuschlängeln. Auch das sind deutlich mehr als bei der Befragung 2023.
    Die Studienleiterin macht die permanente Erreichbarkeit und Hektik im Leben für die steigenden Aggressionen verantwortlich. So würde ein Viertel während der Fahrt ab und an Nachrichten schreiben und ein Fünftel Soziale Medien nutzen. Der Zeitgeist laufe der Sicherheit entgegen. Auffällig sei auch, dass Eigen- und Fremdwahrnehmung stark auseinanderklafften. Rund 90 Prozent aller Befragten gaben an, Radfahrer besonders vorsichtig zu überholen. Fast ebenso viele sagten aber auch, zu enge Überholmanöver bei anderen zu beobachten.
    Diese Nachricht wurde am 17.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.