
Der Stadtrat beschloss einen Antrag, der aus den Reihen von AfD und CDU gestellt worden war. Es gab 13 Ja-Stimmen, 6 Nein-Stimmen und eine Enthaltung. Viele Bürger, Angehörige und Initiativen empfänden diese Form der Erinnerung an Opfer des Nationalsozialismus als nicht angemessen, hieß es in dem Antrag. Stattdessen solle das Gedenken vorzugsweise auf dem Nordfriedhof der Stadt stattfinden, so dass ein "direktes Betreten der Gedenkelemente" ausgeschlossen sei.
Das Internationale Auschwitz Komitee kritisierte die Entscheidung als durchsichtigen Versuch, Heidenauer Opfer der Nazis erneut aus der Stadt hinauszuwerfen. Dass CDU-Abgeordnete der AfD zu solchen Schäbigkeiten die Hand reichten, sei ein Skandal.
Die Stadtverwaltung hatte empfohlen, die Vorlage abzulehnen.
Stolpersteine gibt es seit den 1990er Jahren. Sie werden am letzten bekannten Wohn- oder Wirkungsort von Opfern des Nationalsozialismus verlegt, der eingravierte Name und die Lebensdaten sollen an sie erinnern.
In München sind Stolpersteine auf städtischem Grund nicht erlaubt. Stattdessen gibt es Erinnerungszeichen mit Fotos und knappen Lebensdaten vor Wohnhäusern. Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, lehnt die Stolpersteine ab. Sie findet es unwürdig, dass auf den Namen der Ermordeten auf dem Bürgersteig herumgetreten wird. Mit einem ähnlichen Argument begründeten auch einige Gegner der Stolpersteine in Heidenau ihre Ablehnung.
Diese Nachricht wurde am 25.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.




