Krankheiten
Studie: Zunahme von Krebsdiagnosen bei unter 50-Jährigen

In England gibt es laut einer Studie bei vergleichsweise jüngeren Menschen eine starke Zunahme von Krebserkrankungen. So habe sich die Zahl der unter 50-Jährigen mit der Diagnose Prostatakrebs seit 2001 vervierfacht. Die Zahl der früh auftretenden Fälle von Darm-, Nieren- und Gebärmutterkrebs habe sich mehr als verdoppelt, berichtet der britische "Guardian". Auch in anderen Länder steigen die Fallzahlen.

    Eine Patient wird im MRT untersucht.
    Studie: Krebsdiagnosen bei unter 50-Jährigen steigen (Eyeem/ Fernando Macias)
    Grundlage ist eine Analyse von Krebsdaten aus England, den USA und den Niederlanden durch den World Cancer Research Fund. So gebe es einen Anstieg bei früh auftretenden Krebserkrankungen für sieben Krebsarten in England, fünf Arten in den USA und vier in den Niederlanden. Obwohl die Erkrankung weltweit in allen Altersgruppen zunehme, sei die Steigerungsrate bei früh auftretenden Fällen höher als in anderen Altersgruppen.
    Einen Zusammenhang sehen Experten mit der weltweit zunehmenden Fettleibigkeit, schlechte Ernährungsgewohnheiten, Bewegungsmangel sowie ein wachsendes Bewusstsein für Krebs und eine frühere Diagnose.
    Krebserkrankungen bei unter 50-Jährigen seien zwar nach wie vor selten – das Medianalter bei der Diagnose liege über 60 –, doch der Trend sei besorgniserregend, so die Autoren.
    Mark Lawler, Professor für digitale Gesundheit und Inhaber des Lehrstuhls für translationale Krebsgenomik an der Queen’s University Belfast, beschrieb das Problem als "eine tickende Zeitbombe".
    Diese Nachricht wurde am 06.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.