Tag der offenen Moschee
Theologe Khorchide fordert muslimische Gemeinden zu Signal für weltoffenen Islam auf

Anlässlich des Tags der offenen Moschee hat der islamische Theologe Mouhanad Khorchide muslimische Gemeinden zu einem Signal für einen weltoffenen Islam aufgefordert.

    Mouhanad Khorchide steht in Anzug vor grünen Büschen.
    Mouhanad Khorchide (Peter Grewer)
    Khorchide sagte im Deutschlandfunk, die Gemeinden müssten hinterfragen, was sie aktiv für demokratische Werte und gegen Antisemitismus beitrügen. Gerade nach Gewalttaten wie dem Anschlag am Rande des diesjährigen Berliner CSD müssten muslimische Gemeinden offen für Selbstkritik sein. Es bestehe die Gefahr, dass Vertreter des Islams auf einer Seite die Gewalt verurteilten, aber sich auf der anderen fragen müssten, ob sie die theologische Grundlage lieferten.
    Gleichzeitig sei der Tag der Offenen Moschee ein Tag der Begegnungen, mit dem Ressentiments auf der Gegenseite abgebaut werden könnten. Khorchide, der Direktor des Zentrums für Islamische Theologie an der Universität Münster ist, erklärte, die Assoziation des Islams mit Gewalt finde besonders in Regionen statt, in denen es weniger Muslime gäbe.
    Khorchide erklärte außerdem, viele muslimische Gemeinden seien weiterhin durch ehemalige Gastarbeiterstrukturen nach Herkunft der Mitglieder geprägt. Es sei jedoch wichtig, herauszufinden, wie man sich als deutscher Muslim identifizieren könne – indem hinterfragt würde, wie man etwa den Koran vor dem Hintergrund demokratischer Grundwerte und heutiger Erkenntnisse interpretieren könnte.
    Diese Nachricht wurde am 03.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.