Medien
Tschechiens Parlament stimmt in erster Lesung für Abschaffung von Rundfunkgebühren

Das tschechische Abgeordnetenhaus hat für die Einführung eines neuen Finanzierungssystems für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk gestimmt.

    Prag: Tausende Menschen der Vereinigung "Milion chvilek pro demokracii" (deutsch: «Eine Million Momente für die Demokratie») demonstrieren für die Unabhängigkeit der öffentlich-rechtlichen Medien.
    In Tschechien gibt es seit längerem Demonstration für die öffentlich-rechtlich Medien, hier in Prag im Juni. (Deml Ondøej / CTK / dpa / Deml Ondøej)
    Der Gesetzentwurf der Koalition von Regierungschef Babis wurde im Schnellverfahren in erster Lesung gebilligt. Der Vorschlag wird nun an die zuständigen Ausschüsse weitergeleitet, bevor endgültig darüber abgestimmt wird.
    Das Vorhaben läuft auf die Abschaffung der Rundfunkgebühren hinaus. Die rechtspopulistische Koalition will die öffentlich-rechtlichen Medien stattdessen direkt aus dem Staatshaushalt finanzieren. Kritiker befürchten, dass damit das Fernsehen und der Rundfunk direkt von der Regierungsmacht abhängig und zu deren Sprachrohr gemacht werden. Oppositionsparteien, Bürgerinitiativen und Medienvertreter kündigten nach der Abstimmung an, weiter gegen die Pläne zu kämpfen.
    Diese Nachricht wurde am 24.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.