Brasilien
TV-Duell zur Präsidentenwahl fällt nach Absagen von Lula und Bolsonaro aus

In Brasilien kommt es erstmals seit 20 Jahren nicht zu einer Fernsehdebatte der beiden führenden Präsidentschaftskandidaten. Der Sender "TV Globo" gab bekannt, dass die Sendung gestrichen wurde. Zuvor hatten zuerst Amtsinhaber Lula da Silva und dann sein Herausforderer Flávio Bolsonaro ihre Teilnahme abgesagt.

    Jeweils mehrere Plakate der beiden Kandidaten  Lula da Silva und Flávio Bolsonaro hängen nebeneinander an einer Leine über einem Bürgersteig. Die Sonne scheint darauf.
    Wahlplakate von Lula da Silva (rechts) und Flávio Bolsonaro. (AFP / EVARISTO SA)
    "TV Globo" hatte nach Lulas Absage zunächst offenbar erwogen, die Debatte dennoch stattfinden zu lassen. Er begründete die die Absage nun auch mit "rechtlichen Unsicherheiten" nach zwei höchstrichterlichen Entscheidungen. Zum einen war dem Sender untersagt worden, das für Lula vorgesehene leere Rednerpult zu zeigen. Zum anderen wurde "TV Globo" verpflichtet, mit dem Kandidaten Renan Santos einen dritten Bewerber zu der Debatte einzuladen. Der Sender ist der mit Abstand wichtigste Fernsehsender Brasiliens mit bis zu 100 Millionen Zuschauern pro Tag.
    In den Umfragen zur Präsidentschaftswahl liegt derzeit Lula da Silva vorne. Der erste Wahlgang findet am kommenden Sonntag statt. Eine vermutlich notwendige Stichwahl ist für den 25. Oktober vorgesehen.
    Der brasilianische Präsident ist als Staatsoberhaupt und Regierungschef grundlegend für die politische Ausrichtung des Landes mit der siebtgrößten Bevölkerung der Welt verantwortlich.
    Diese Nachricht wurde am 02.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.