
Bei einer Sitzung des UEFA-Exekutivkomitees in Nyon sei "keine technische Lösung" gefunden worden, "um russischen Mannschaften den Spielbetrieb zu ermöglichen", teilte die Union mit. Die Qualifikationsgruppen bei der U17 der Frauen waren bereits ohne Russland ausgelost worden; bei den Männern laufen die Qualifikationsspiele.
Eigentlich hatte die UEFA Ende September beschlossen, dass russische Jugendmannschaften trotz des Angriffskriegs gegen die Ukraine unter bestimmten Bedingungen wieder bei Turnieren mitspielen dürfen. Auch der Fußball-Weltverband FIFA hatte die Sperre mit der Begründung aufgehoben, dass Kinder nicht für die Taten Erwachsener bestraft werden dürften. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) trug die Entscheidungen mit.
Boykott-Aufruf mehrerer Nationalverbände
Die Ukraine reagierte in der vergangenen Woche empört. Die Beschlüsse verletzten "die Rechte ukrainischer Kinder", erklärte das Sportministerium in Kiew. Dagegen würden russische Kinder "in dem Glauben bestärkt", dass ihr Land das Recht habe, andere zu töten. Einem Boykott-Aufruf schlossen sich weitere europäische Nationalverbände an, darunter England, Polen, Schweden, Dänemark, Norwegen und Rumänien.
Norwegens Verbandschefin Lise Klaveness sagte nun dem WDR-Magazin "Sport inside": "Ich interpretiere die Kehrtwende der UEFA als ein Eingeständnis, dass der Zeitpunkt der Bemühungen zur Wiedereingliederung russischer Mannschaften in das Jugendturnier völlig falsch war." Sie hoffe, dass sich die Art und Weise ändere, "wie Entscheidungsträger im europäischen Fußball mit wichtigen politischen Fragen umgehen".
Diese Nachricht wurde am 11.10.2023 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
