Jewhen Konowalez
Ukraine ehrt umstrittenen Nationalistenführer mit Staatsbegräbnis

Die Ukraine hat die überführten Gebeine des 1938 ermordeten Nationalistenführers Jewhen Konowalez im Rahmen eines Staatsbegräbnisses beigesetzt.

    Wolodymyr Selenskyj (M), Präsident der Ukraine, nimmt auf dem Nationalen Militärfriedhof in der Nähe von Kiew an der Umbettungszeremonie für Jewhen Konowalez teil, links neben ihm Parlamentspräsident Ruslan Stefantschuk.
    Ukraine: Staatsbegräbnis für umstrittenen Nationalistenchef (President Of Ukraine / APA Images / President Of Ukraine)
    Man bringe einen herausragenden Sohn des ukrainischen Volkes nach Hause, sagte Präsident Selenskyj bei der Zeremonie auf einem Militärfriedhof unweit der Hauptstadt Kiew. Mit Konowalez habe die Ukraine einen Teil ihrer selbst, ihrer Erinnerung und ihrer nationalen Geschichte zurückgeholt. Konowalez ist umstritten. Ab 1929 führte er die neu gegründete Organisation Ukrainischer Nationalisten, die sich am Faschismus in Italien und dem Nationalsozialismus in Deutschland orientierte. Die OUN war für terroristische Anschläge wie die Ermordung des polnischen Innenministers 1934 verantwortlich. Konowalez wurde 1938 von einem sowjetischen Agenten in Rotterdam getötet und zunächst dort begraben.
    Er wurde 1891 in Österreich-Ungarn in der heutigen Westukraine geboren. Als österreichischer Soldat kämpfte er im Ersten Weltkrieg und beteiligte sich nach seiner russischen Kriegsgefangenschaft am Aufbau des 1920 gescheiterten ersten ukrainischen Staates.
    Diese Nachricht wurde am 19.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.