
Sie besetzten seit dem Morgen die geplante Route in der Stadt Portadown. Auch die nordirische Ministerpräsidentin der pro-irischen Sinn Féin Partei, O'Neill, beteiligte sich daran. Die Anhänger des protestantischen Oranier-Ordens wollten auf ihrer traditionellen Route durch ein katholisches Viertel laufen. In den 1990er Jahren hatte der Marsch zu Straßenschlachten zwischen pro-britischen Protestanten und pro-irischen Katholiken geführt. Hintergrund war vor allem die Frage, ob Nordirland Teil Großbritanniens bleiben oder mit der Republik Irland zusammengeführt werden sollte.
Seit dem Karfreitagsabkommen von 1998 wurden Paraden des Oranier-Ordens durch Portadown nicht mehr genehmigt. Nun aber hatte ein Gericht den Marsch unter hohen Auflagen erlaubt. Teilnehmen durften nur 35 Menschen, zudem war Musik verboten.
Der Nordirland-Konflikt hatte in den 1980er und 1990er Jahren zu zahlreichen Ausschreitungen mit mehr als 3.500 Toten geführt.
Diese Nachricht wurde am 28.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
