
In den Abwässern befänden sich zunehmend Medikamentenrückstände und andere Mikroschadstoffe, erklärte der SPD-Politiker. Um diese herauszufiltern, müssten Milliarden in den Ausbau der Kläranlagen investiert werden. Diese Kosten sollten nicht von den Verbrauchern, sondern von der Herstellern bezahlt werden. Er nannte etwa die Pharma- und Kosmetikbranche.
Schneider bezog sich auf die sogenannte EU-Kommunalwasserrichtlinie, die bis Ende Juli kommenden Jahres in deutsches Recht umgesetzt werden muss. Interessenvertreter der Industrie haben dagegen Klage eingereicht.
"Verteilungsfragen von enormer Bedeutung"
Insgesamt müsse der Umgang mit Wasser in Deutschland effizienter, vorausschauender, gerechter werden, betonte Schneider. Dazu zähle nicht nur eine verbesserte Wasserqualität, auch Verteilungsfragen seien in Zeiten des Klimawandels bei zunehmender Wasserknappheit von enormer Bedeutung. "Wenn Wasser knapp ist, kann es nicht sein, dass die Grundbedürfnisse der Bürger mit Großverbrauchern wie Rechenzentren konkurrieren müssen", so der Umweltminister. Dann müssten die Betreiber von Rechenzentren, die oft sehr hohe Gewinne machten, eben mehr für Wasser zahlen oder für Technik zum Wassersparen."
Der Minister unterzeichnete mit der zuständigen EU-Kommissarin Roswall eine gemeinsame Erklärung zur Wasserresilienz. Als erstes EU-Land habe Deutschland damit einen strukturierten Dialog mit der EU-Kommission zu Ende gebracht, wie die Wassernutzung und -aufbereitung verbessert werden soll, hieß es. Darauf sei man sehr stolz, weil man dem Wasser eine besondere Bedeutung zuweise, erklärte Schneider.
Diese Nachricht wurde am 05.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
