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Nach Beginn von Waffenruhe
Unter 24 freigelassenen Geiseln laut Baerbock auch vier Deutsche - verstärkte Hilfslieferungen für Gazastreifen angelaufen

Unter den 24 im Gazastreifen von der Terrororganisation Hamas freigelassenen Geiseln sind auch vier Deutsche. Das bestätigte Bundesaußenministerin Baerbock am Rande des Grünen-Parteitags in Karlsruhe.

    Zu sehen ist ein Jeep des Roten Kreuzes. Daneben stehen mehrere Männer, einer hält ein Gewehr in der Hand.
    Ein Fahrzeug des Roten Kreuzes, in dem vermutlich Geiseln transportiert werden, kommt an der Grenze von Rafah im südlichen Gazastreifen an, wo ein Austausch vereinbart wurde. (Mohammed Talatene / dpa / Mohammed Talatene)
    Die Freigelassenen überquerten am Nachmittag vom Gazastreifen die Grenze nach Ägypten, wie ein Sprecher des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) in Genf mitteilte. Nach Angaben des Vermittlers Katar waren unter ihnen 13 Israelis, zehn Thailänder und einen philippinischer Staatsbürger. Später erklärte die israelische Armee, die Freigelassenen seien "auf israelischem Gebiet" angekommen. Nach einer ersten medizinischen Untersuchung und Behandlung sollten sie in Krankenhäuser gebracht werden, wo sie auch ihre Familien treffen können.

    Vier Deutsche auf Namensliste der Freigelassenen

    Das Büro des israelischen Ministerpräsidenten Netanjahu veröffentlichte am Abend eine Namensliste der 13 israelischen Freigelassenen. Darunter waren die Namen von vier Personen, die nach Angaben ihrer Familien auch über die deutsche Staatsangehörigkeit verfügen. Es handelt sich demnach um eine 34-Jährige, ihre beiden Töchter im Alter von zwei und vier Jahren sowie eine 77-Jährige.
    Außenministerin Baerbock sagte in Karlsruhe, sie sei unendlich erleichtert, dass ein Vater nach 49 Tagen der Hölle, des unglaublichen Bangens, endlich seine zwei kleinen Töchter, seine Ehefrau wieder sicher in die Arme schließen könne. Die Bundesregierung sei allen, die daran mitgewirkt hätten "enorm dankbar". Baerbock dankte persönlich ihrem katarischen Amtskollegen, dem Internationalen Komitee des Roten Kreuzes sowie Ägypten.
    Im Gegenzug ließ Israel noch am Abend palästinensische Häftlinge frei. 33 Personen seien aus einem Gefängnis im Westjordanland freigelassen und einem Team des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz übergeben worden, teilte die Chefin einer Organisation mit, die sich sich für palästinensische Häftlinge einsetzt. Sechs weitere wurden demnach aus einer Haftanstalt in Jerusalem entlassen. Die palästinensischen Behörden hatten zuvor eine Liste der 39 Personen veröffentlicht, die freigelassen werden sollten. Bei ihnen handelte es sich demnach um 24 Frauen und 15 Jugendliche.
    Insgesamt sollen im Rahmen der mindestens viertägigen Feuerpause 50 Geiseln aus der Gewalt der Hamas freikommen und 150 palästinensische Gefangene freigelassen werden.

    Verstärkte Hilfslieferungen für den Gazastreifen angelaufen

    Mit Beginn der Feuerpause im Gaza-Krieg lief auch die Ausweitung humanitärer Hilfslieferungen in den Gazastreifen an. Es seien Konvois mit zahlreichen Lastwagen unterwegs gewesen, sagte der Sprecher des UNO-Nothilfebüros (OCHA) in Genf. Demnach wurden bereits 137 LKW entladen. Die Bevölkerung sei mit Lebensmitteln, Wasser und medizinische Gütern versorgt worden, hieß es. Außerdem kamen den Angaben zufolge Treibstoff- und Gaslieferungen an.
    Das UNO-Büro berichtete zudem, dass 21 Patienten in kritischem Zustand aus dem nördlichen Gazastreifen verlegt worden seien. Ob das UNO-Hilfswerk für Palästinensische Flüchtlinge im Nahen Osten (UNRWA) erstmals seit Wochen auch den Norden des Gazastreifens mit Hilfsgütern beliefern kann, ließ der Sprecher zunächst offen.
    Diese Nachricht wurde am 24.11.2023 im Programm Deutschlandfunk gesendet.