Brasilien
Unterlegener Präsidentschaftskandidat Flávio Bolsonaro in die USA geflüchtet

Der unterlegene brasilianische Präsidentschaftskandidat Bolsonaro hat sich in die USA abgesetzt. Mehrere amerikanische Medien berichteten über seine Ankunft an einem nicht näher genannten Ort. Unter Berufung auf Quellen im US-Außenministerium hieß es, Bolsonaro und seine Familie würden Visa für die Vereinigten Staaten erteilt.

    Flavio Bolsonaro sitzt in dunkelblauem Blazer, weißen Hemd und Jeans und macht mit beiden Händen das Peace-Zeichen.
    Flávio Bolsonaro hat die Stichwahl verloren - er erkannte das Ergebnis aber zunächst nicht an. (Archivbild) (IMAGO / Brazil Photo Press / Marina Uezima)
    In Brasilien war ihm zuvor eine Ausreise untersagt und eine Abgabe seiner Pässe angeordnet worden. Dem kam er nach Angaben der Justizbehörde jedoch nicht nach. Die brasilianische Polizei ermittelt gegen Flávio Bolsonaro wegen Korruptions- und Geldwäscheverdachts. Er ist der Sohn des früheren Präsidenten Jair Bolsonaro. Letzterer war wegen eines Umsturzversuchs nach seiner eigenen Wahlniederlage im Jahr 2022 - damals ebenfalls gegen Lula - zu einer Haftstrafe verurteilt worden.

    Partei räumt Niederlage ein

    Bolsonaros Partei hatte die Niederlage bei der Stichwahl gegen Amtsinhaber Lula da Silva gestern anerkannt. Der rechtsgerichtete "Partido Liberal" teilte mit, man müsse allerdings von ihr vorgebrachte Bedenken juristisch klären. Fragwürdige Staatsausgaben hätten Zweifel an einem fairen Wahlprozess geschürt. Präsident Lula hatte kurz vor der Abstimmung veranlasst, die Auszahlung von Sozialleistungen vorzuziehen.

    Trump unterstützt Bolsonaros Manipulationsvorwürfe

    Flávio Bolsonaro wollte anfangs die Annullierung der gesamten Wahl erwirken. Unterstützung erhielt Bolsonaro von US-Präsident Trump. Dieser bezeichnete die Abstimmung als manipuliert, legte aber keine Belege für seine Behauptung vor.
    Diese Nachricht wurde am 28.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.