
Die Gefahr einer weiteren Ausweitung der Kämpfe sei nach wie vor vorhanden,
sagte van Aken
, der
dem Auswärtigen Ausschuss des Bundestages an
gehört,
im Deutschlandfunk
. Im Alltag der Hauptstadt sei vom Konflikt kaum etwas zu spüren. Aus dem Norden des Landes gebe es zudem Berichte, dass sich die Lage beruhige. In kleineren Orten werde jedoch weiterhin gekämpft. Zugleich sei die Angst vor einer erneuten Eskalation groß. "Den Menschen stecken die Folgen des Krieges von 2020 bis 2022 noch in den Knochen; die Erinnerungen werden nun wieder wach."
Fragiles Friedensabkommen
Die Kämpfe in der Region Tigray waren Ende September erneut aufgeflammt. Die Regionalregierung warf der Zentralregierung einen Angriff auf Tigray vor und sprach von einem "Verteidigungskampf". Die Regierung in Addis Abeba wiederum macht die Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF) für Angriffe auf Armeestellungen in den Nachbarregionen Afar und Amhara verantwortlich. Die neue Gewalt gefährdet das ohnehin fragile Friedensabkommen von 2022.
Van Aken: "Mehr als ein inneräthiopischer Konflikt"
Nach Einschätzung van Akens geht es dabei längst nicht mehr nur um einen inneräthiopischen Konflikt. Eine wichtige Rolle spielten Macht- und Einflussfragen rund um das Rote Meer und das Horn von Afrika. In diesem Zusammenhang verwies der Linken-Politiker auch auf die Konflikte im Sudan und im Jemen sowie auf die Interessen der Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi-Arabiens.
Van Aken kritisierte in diesem Zusammenhang die Bundesregierung. Zahlreiche Vereinbarungen des Friedensabkommens seien bis heute nicht umgesetzt worden. Deutschland müsse sich stärker dafür einsetzen, dass die Abmachungen eingehalten werden.
Die äthiopische Regierung hatte Mitte Oktober angekündigt, in Tigray für zunächst sechs Monate eine Übergangsverwaltung einzusetzen. Diese solle die Voraussetzungen für freie und transparente Wahlen schaffen. Die Regierung von Ministerpräsident Ahmed wirft der TPLF vor, die jüngsten Kämpfe ausgelöst zu haben.
Im Krieg zwischen der äthiopischen Armee und der TPLF von 2020 bis 2022 wurden nach Schätzungen der Afrikanischen Union mehr als 600.000 Menschen getötet. Millionen Menschen wurden vertrieben oder flohen ins Ausland.
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Diese Nachricht wurde am 21.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
