Kanada
Verlag bestätigt KI-Einsatz bei Roman von Orélien - Zusammenarbeit beendet

Der kanadische Verlag Les Éditions du Boréal hat KI-Vorwürfe gegen den Schriftsteller Thélyson Orélien bestätigt. Neue Erkenntnisse hätten gezeigt, dass beim Schreiben des Romans "C’était ça ou mourir" Künstliche Intelligenz eingesetzt worden sei. Die Zusammenarbeit mit dem Autor werde deshalb beendet.

    Der haitianisch-kanadische Autor Thélyson Orélien lehnt sich auf einen weißen Gegenstand bei einem Fotoshooting
    Der haitianisch-kanadische Autor Thélyson Orélien (Archivbild). (AFP / JOEL SAGET)
    Der Verlag teilte mit, sämtliche Arbeitsfassungen des Romans seien zusammengetragen und von einer externen Stelle untersucht worden. Dabei seien Spuren von KI festgestellt worden. In welchem Umfang sie eingesetzt wurde, ist demnach unklar. Versuche, gemeinsam mit Orélien entlastende Belege zu finden, seien ergebnislos geblieben. Der Autor habe schließlich erklärt, keine weiteren Informationen zur Verfügung zu stellen. Orélien weist die Vorwürfe zurück.
    In deutscher Sprache sollte der Roman im Juni kommenden Jahres bei Rowohlt erscheinen - unter dem Titel: "Es war das oder sterben". Angesichts der aktuellen Entwicklungen wolle man aber zunächst das persönliche Gespräch mit dem Autor führen, bevor eine endgültige Entscheidung über die Veröffentlichung getroffen werde, teilte Rowohlt dem Deutschlandfunk mit.
    Oréliens neuer Roman war bereits von der Auswahlliste für den renommierten französischen Literaturpreis Prix Goncourt gestrichen worden.

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    Diese Nachricht wurde am 22.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.