
Die Medienforscher Christian Zabel von der Technischen Hochschule Köln und Ulrike Rohn von der Universität Tallinn gehen in dem Gutachten davon aus, dass sich die Medienbranche in jedem dieser Szenarien grundlegend verändert. US-Technologieplattformen und KI-Anwendungen werden demnach die privaten deutschen Medien zunehmend wirtschaftlich unter Druck setzen. Gleichzeitig werden Technologiekonzerne weiter an Einfluss darauf gewinnen, welche Nachrichten, Videos und anderen Inhalte Nutzerinnen und Nutzer überhaupt zu sehen bekommen.
Zahl der professionellen Journalisten könnte sich halbieren
Die Zahl der professionellen Journalistinnen und Journalisten dürfte den Forschern zufolge in jedem der untersuchten Zukunftsbilder zurückgehen. Je nach Entwicklung könnte sie bis 2035 um 12 bis 50 Prozent sinken. In einem Szenario würde sie sich nahezu halbieren. Erwartet wird zudem, dass Reichweite und Einnahmen der Medienunternehmen deutlich sinken werden.
Regulierung durch die Politik wird entscheidend sein
Entscheidend ist den Forschern zufolge unter anderem, wie stark die Politik große Technologie-Konzerne reguliert und ob Medienunternehmen enger zusammenarbeiten, neue Geschäftsmodelle entwickeln und so gegensteuern. Die Studie empfiehlt außerdem, den öffentlich-rechtlichen Rundfunk als stabilisierende Kraft der Branche langfristig und verlässlich zu finanzieren.
Nach Angaben der Autoren handelt es sich nicht um eine Prognose. Die Szenarien sollen vielmehr mögliche Entwicklungen und deren Folgen für die Medienlandschaft bis 2035 aufzeigen. Das Gutachten wurde auf den Münchner Medientagen vorgestellt.
Diese Nachricht wurde am 22.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
